"Der eine machte die Ellbogen breit"

Nur ein Paket Gelbe Säcke: Beschwerde über Security am Rathaus

+
Das Rathaus in Lüdenscheid.

Lüdenscheid – Neue gelbe Säcke wollte Annelie Steinmann am Montag besorgen, doch bis ins Rathaus kam die 75-Jährige gar nicht erst.

„Vor dem Eingang standen zwei dunkel gekleidete Männer. Als ich mit meinem Rollator gerade ins Rathaus reinfahren wollte, stellte sich der eine in die Tür und machte die Ellbogen breit“, erzählt sie. „Wo wollen sie hin?“, habe er ziemlich barsch gefragt und ihr den Weg versperrt. 

Als Steinmann dem Sicherheitsmann ihren Wunsch mitteilt, greift dieser nur neben sich und übergibt ihr eine Rolle gelber Säcke. „Ich habe dann nachgefragt, warum ich denn nur eine Rolle bekomme?“, erinnert sie sich. „Daraufhin sagt er doch tatsächlich zu mir, ich sei doch alleinstehend, da bräuchte ich nicht mehr als eine Rolle“, erzählt sie erbost. Woraus er das denn schließe, habe sie perplex zurückgefragt? „Sonst gingen sie ja nicht am Rollator“, habe er daraufhin geantwortet. 

Annelie Steinmann ist fassungslos über so eine „Unverschämtheit“, wie sie findet. „Was hat das eine denn mit dem anderen zu tun?“, fragt sie und fordert mehr Anstand des Sicherheitspersonals im Umgang mit den Bürgern. 

Seit dem 2. Juni und voraussichtlich noch bis zum Ende des Monats, läuft der Vertrag der Stadt mit der Firma für die Abstellung von Sicherheitspersonal im Eingangsbereich des Jürgen-Dietrich-Forums. „Bei uns sind bislang keinerlei Beschwerden über das Sicherheitspersonal eingegangen“, sagt Stadt-Pressesprecher Sven Prillwitz. Vielmehr sei es so, dass sich Bürger bislang lobend über die Security geäußert hätten. 

„Bei der Firma, die das Personal stellt und schulen lässt, handelt es sich um einen privaten Anbieter, mit dem wir schon länger zusammenarbeiten und mit dem wir sehr zufrieden sind“, so Prillwitz weiter. Und: „Wir gehen der Beschwerde aber natürlich nach.“ „Diese jungen Schnösel kamen sich wie Sheriffs vor und ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Benehmen dem Bürgermeister recht wäre“, schimpft Annelie Steinmann. 

Zwar hat sie Verständnis für die Maßnahmen der Stadt, fordert aber dennoch Verhältnismäßigkeit im Umgang mit den Bürgern. Und nicht nur das: „Eine Entschuldigung wäre schön!“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare