Paint the Wall in Lüdenscheid

Dieser Künstler versprüht 140 Farbdosen in drei Tagen

Street Art Paint the Wall Lüdenscheid Franco Marasciulo
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Franco Marasciulo arbeitet an der Fassade an der Winkelgasse.

Man muss schon genau hinsehen, auch wenn das Kunstwerk nahezu alle Dimensionen sprengt: Im Schatten der Stadtbücherei am Graf-Engelbert-Platz vollendet der Lüdenscheider Künstler Franco Marasciulo in diesen Tagen sein Werk. Er nutzt jede (Regen)freie Minute, um an der Winkelgasse am Schubidu seinen Beitrag zu der Vision „Paint the Wall“ zu leisten.

Lüdenscheid - Die einzige Vorgabe, die die Street-Art-Künstler für ihre Werke bekommen haben, lautete „Kindern gehört die Zukunft“. Wenn Franco Marasciulo in luftiger Höhe im Farbsprühnebel auf dem Gerüst steht, ist die Vorgabe Programm. „Ein Zauberland mit fliegenden Büchern“, sagt er zu seinem Motiv. Passend zur benachbarten Stadtbücherei, in der so manche literarische Zauberlandschaft schlummert.

Franco Marasciulo firmiert in der Street-Art-Szene unter dem Namen „Wert“. Der Lüdenscheider ist ein waschechter Street-Art-Künstler. Bunt und kreativ – auf seinen Murals gibt es Einiges zu entdecken. Der 1980 in Plettenberg geborene und in Herscheid aufgewachsen Marasciulo lebt für die Farben. Nach seiner Ausbildung zum Fahrzeuglackierer verbrachte Marasciulo einige Zeit in Italien. Schon als Teenager entdeckte der damals 13-Jährige das Graffiti-Sprayen für sich. Nun, zurück in Lüdenscheid, ist Franco Marasciulo immer noch als Künstler in der Graffiti-Szene aktiv, arbeitet mit Schüler oder eben auch mit Willis Söhnen. Sie haben den Lüdenscheider Künstler verpflichten können, sich mit der großflächigen Wandmalerei an der Aktion „Paint the Wall“ zu beteiligen.

Der Künstler bringt eine Zauberlandschaft als Kunstwerk an die Wand.

Wirklich glücklich ist Wert nicht mit seinem Standort. Es ist eng auf dem Gerüst, vier, manchmal fünf Stockwerke hoch und „arg gequetscht“, wie der Künstler sagt. 140 Dosen Farbe hat er innerhalb von drei Tagen auf die Wand gebracht, um dem Zauberer, den Fliegenpilzen und den Farnen ein Gesicht zu geben. Der Malerbetrieb Wieghardt sorgte mit einem Baugerüst dafür, dass Wert überhaupt in die oberen Etagen kommt. Wie so viele Partner aus dem Fachhandel und auch der Gastronomie Lüdenscheids, die mit dem Verein Willi & Söhne bei der Umsetzung von „Paint the Wall“ zusammenarbeiten. Die Wand auf dem Parkplatz hinter dem Adler-Modemarkt ist fertig, die im Rosengarten ebenso. Auch die Knochenarbeit, die der Lüdenscheider Street-Art-Künstler Davis Pahl an der Thünentreppe geleistet hat, kann sich sehen lassen.

Eröffnung verschoben

In den kommenden Tagen wird sich der Künstler Martin Bender der inzwischen vorbereiteten Moskob-Wand an der Knapper Straße annehmen. Mark Gmehling bringt ein Mural in der Fußgängerzone am kleinen Sternplatz auf die Wand des Juweliergeschäftes. Geplant war die offizielle Übergabe der Street-Art-Gemälde in Form von öffentlichen Führungen für diese Woche mit einem Pop-Up-Treffpunkt in einem leer stehenden Ladenlokal an der Wilhelmstraße. Auch die Künstler wollten zur Eröffnung nach Lüdenscheid zurückkommen. Die explodierenden Infektionszahlen der letzten Tage bremsten die Söhne Willis soweit aus, dass sie „Paint the Wall“ mit Führungen und einem Eröffnungswochenende erst einmal in den November verschoben haben.

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