Orkantief „Xynthia“ kann‘s mit Kyrill nicht aufnehmen

Revierförster Marcus Teuber bei nach dem Orkan„Xynthia“ notwendig gewordenen Hang-Rodungen an der Altenaer Straße: Bevor die Fichten auf die Straße zu kippen drohten, wurden sie gefällt.

LÜDENSCHEID – Zwar hat das Orkantief „Xynthia“ auch Spuren in der Stadt und in den Wäldern hinterlassen, aber so tief wie bei Kyrill vor drei Jahren sind sie bei weitem nicht: „Forstwirtschaftlich sind die Schäden geringer als befürchtet“, meinte Revierförster Marcus Teuber.

Das liege auch daran, dass „Xynthia“ in unregelmäßigen Böen über die Wipfel gefegt sei und nicht so beständig wie Kyrill. Dadurch wurden Bäume nicht so häufig entwurzelt, sondern brachen eher im oberen Bereich ab. Dennoch mussten, wie berichtet, Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) zu knapp 30 Einsätzen allein im Lüdenscheider Stadtgebiet ausrücken. Für ihre Vorgehensweise gab‘s von Teuber ein dickes Lob: „Sie haben sehr besonnen und überlegt gearbeitet, Straßen abgesperrt statt sich in Gefahr zu begeben.“ Die Sperrungen waren nach Angaben der Feuerwehr bis zum Mittag überall wieder aufgehoben. Schon früh am Morgen hatten sich die Einsatzkräfte an die Arbeit gemacht.

Kleinere Folgen des Sturms waren allerorten zu sehen. Den seit Wochen infolge des Schneechaos’ am Straßenrand liegenden gelben Säcken gab der Wind den Rest, riss sie weiter auf und verteilte den Inhalt bis in jeden Winkel, in Grünanlagen und Gärten – viel zusätzliche Arbeit für die Müllwerker, die gerade damit begonnen haben, den Kunststoffmüll abzutransportieren. Aber auch Hausbewohner dürften nicht umhin können, vor der Haustür zu fegen. Die Werbetransparente, die Lüdenscheids Haupteinfallstraßen derzeit überspannen, boten ebenfalls Angriffsfläche und wickelten sich, wie an der Altenaer Straße, um die Spannseile.

Bei den Dachdeckern glühten die Telefondrähte, „aber meist wegen kleinerer Sachen“, wie es im Betrieb „Franz Linnarz“ hieß. „Es ist wirklich einiges gewesen, aber kein Vergleich mit Kyrill“, betonte auch Christiane Meusel, Mitinhaberin bei „Aloys Haase“.

Das endgültige Aus bedeutete „Xynthia“ allerdings für ein fragiles Kunstwerk, den Hingucker in der Schützenhallen-Allee: Stefan Hofmanns „Memories of Wind“ sind jetzt tatsächlich nur noch „Erinnerungen“.

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