Orkantief „Xynthia“ fegt über Lüdenscheid

Die Einfahrt von der Othlinghauser Straße in die Hindemithstraße wurde aus Sicherheitsgründen von der Feuerwehr gesperrt.

LÜDENSCHEID – Gegen Mittag legte das Orkantief „Xynthia“ über der Bergstadt los – und für die Lüdenscheider Feuerwehr folgte ein Einsatz auf den anderen, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu schaffen.

Bis zum Abend waren es 26. An Stellen, wo das Risiko für die Einsatzkräfte zu groß war, mussten Straßen gesperrt werden, das betraf zunächst die Fontanestraße, den Ortsteil Wigginghausen-Borbert und die reguläre Zufahrt zur Hindemithstraße, stattdessen wurde die Busschranke an der anderen Zufahrtseite geöffnet, teilte Einsatzkoordinator Frank Switala mit. Auf Herscheider Gebiet wurde der Silberg gesperrt. Die Sperrungen sollen bis heute Morgen aufrecht erhalten werden. Erst dann sollen die Straßen geräumt werden. Die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) konnte den Busverkehr der Linie 54 zwischen Lüdenscheid und Herscheid aufgrund umgefallener Bäume auf dieser Strecke nicht aufrecht erhalten; ebenso auf der Linie 37 zwischen Lüdenscheid und Altena.

Weit über 300 Einsätze wurden von der Kreisleitstelle der Feuerwehr in Lüdenscheid koordiniert. Kreisbrandmeister Rainer Blumenrath schätzte, dass mehr als 700 Feuerwehr-Männer und -Frauen sowie Einsatzkräfte von den Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz im Einsatz sind. Orkanartige Sturmböen hatten vornehmlich Bäume entwurzelt und geknickt sowie Dachpfannen von den Häusern geweht. Blumenrath: „Es ist nicht so schlimm wie bei Kyrill. Aber gleichwohl ganz schön heftig.“ Beispielsweise wurden in Lüdenscheid Sturmböen von fast 100 km/h gemessen. Bis um 18 Uhr am Sonntagabend dokumentierte die Kreisleitstelle 315 Einsätze. Beteiligt sind alle Feuerwehren im Märkischen Kreis.

In der Lüdenscheider Feuerwache wurde eine technische Einsatzleitung eingerichtet, an der neben der Feuerwehr das Ordnungsamt und der STL beteiligt sind. Außerdem wurden alle Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehr besetzt. Ein geparktes Auto wurde beschädigt. Zum Teil lösten sich Dachteile von Gebäuden, so auf dem Toom-Markt, wo ein Wagen von einem Dachteil getroffen wurde. Es blieb bei Sachschäden. Menschen kamen nach Angaben von Jörg Weber, Einsatzleiter vor Ort, nicht zu Schaden. Gegen 20.15 Uhr sei die Lage zurückgefahren worden. „Der Kelch ist im Vergleich zu anderen Regionen und Ländern noch einmal an uns vorübergegangen“, atmete Weber auf.

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