„Tretminen“ am Bierbaum

Ordnungsamt im MK kontrolliert Hundehalter in zivil: Hundehaufen kostet 55 Euro 

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Hundehaufen sorgten in der Stadt für Alarm-Stimmung.

Hundehaufen auf Wiesen und Gehwegen, „Tretminen“ in Grundstückseinfahrten und auf dem Spielplatz sowie achtlos abgelegte Hundekotbeutel: „Die Situation ist eine echte Beeinträchtigung und macht mich einfach nur traurig“, sagt ein Anwohner des Ortsteils Bierbaum und spricht damit stellvertretend für weitere Nachbarn, die auf ein Umdenken hoffen.

Lüdenscheid - Das Problem, dass Hundebesitzer sich nicht um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner kümmern oder aber eingetütet einfach irgendwo ablegen, habe in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Vorgärten und Grünstreifen seien inzwischen genauso wenig zu nutzen wie der nahe Wald, da sie mit Hundekot übersät sind, schildert er das Problem. „Das ist ein echtes Ärgernis und nicht zuletzt auch schade für die vielen kleinen Kinder.“

Ein entsprechender Hinweis ging daher auch an das Lüdenscheider Ordnungsamt. Wie Stadtsprecher Sven Prillwitz auf Anfrage bestätigt, hätten sich Mitarbeiter daraufhin ein Bild von der Lage am Bierbaum gemacht und die Beschreibungen der Anwohner bestätigt. Das Problem: Trotz hin und wieder eingehender Beschwerden über nicht entfernten Hundekot könnten die Mitarbeiter erst agieren, wenn sie die Verursacher auf frischer Tat ertappen. Wird jemand erwischt, nehmen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die im Übrigen auch in Zivil unterwegs sind, vor Ort die Personalien auf. Ein Zahlungsbescheid werde dann auf dem Postweg verschickt.

Das heißt konkret: Lässt ein Hundehalter den Kot einfach liegen, wird das nach der Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (OVO) geahndet und kostet 55 Euro.

Mehr Vierbeiner in der Pandemie

Als Ersatz für soziale Kontakte, für mehr Bewegung oder als Stimmungsaufheller: Viele Menschen sind im vergangenen Jahr – und damit in der Pandemie – auf den Hund gekommen. Rekordeinnahmen bei der Hundesteuer waren laut Statistischem Bundesamt die Folge (plus 2,7 Prozent in 2020). Ein Trend, der sich nicht nur in 2021 fortzusetzen scheint, sondern auch in Lüdenscheid spürbar ist: Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilt, lebten im Januar 2020 3304 Hunde in der Bergstadt, im Oktober waren es schon 3636 Vierbeiner. Und die Zahlen sind auch in diesem Jahr weiter angestiegen: Derzeit leben 3788 Vierbeiner in Lüdenscheider Haushalten. Und das hat auch Auswirkungen auf die Steuereinnahmen: Wurden im Jahr 2019 464 238 Euro an Hundesteuern eingenommen, waren es ein Jahr später 474 190 Euro. Eine Summe, mit der die Stadt in etwa auch für dieses und nächstes Jahr plane.

Lässt jemand einen gefüllten Hundekotbeutel liegen, entspricht das einer illegalen Abfallentsorgung nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz. Dann werden mindestens 100 Euro Bußgeld zuzüglich 28,50 Euro für Auslagen und Gebühren fällig.

„Im Sinne des Miteinanders wäre es doch toll, wenn das klappen würde“

„Wir können immer wieder nur an alle Hundehalter appellieren, Hundehaufen zu entfernen. Das sollte auch für jeden selbstverständlich sein. Ein schönes und sauberes Stadtbild ist schließlich im Interesse der Stadt und aller dort lebender Menschen. Und jeder, der schon einmal in einen solchen Haufen getreten ist, weiß, wie ärgerlich und unangenehm das ist – nicht zuletzt im Hinblick auf die Reinigung der Schuhe“, heißt es vonseiten der Stadt. Und das ist auch das Anliegen der Bewohner im Ortsteil Bierbaum, die die Hoffnung hegen, dass vereinzelte Hundebesitzer sich angesprochen fühlen und ihr Verhalten überdenken. „Im Sinne des Miteinanders wäre es doch toll, wenn das klappen würde.“

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