„Opera Swing Quartett“ bietet Mozart mit Steel-Drums

+
Dass Können und Spaß an der Musik sich nicht ausschließen, bewiesen die Musiker des „Opera Swing Quartetts“ aufs Neue ihren Zuhörern in der Bergstadt.

Lüdenscheid - Die Musiker des „Opera Swing Quartett“ sind längst so etwas wie alte Bekannte für das Lüdenscheider Konzertpublikum geworden. Zum elften Mal war das Quartett, das auf charmante Weise den Crossover zwischen E- und U-Musik zum Thema seiner Arrangements gemacht hat, bereits auf Einladung des „Vereins der Freunde italienischer Kultur“ in der Bergstadt zu Gast.

Dass Wolfgang Heinzel (Klavier), Peter Cerny (Bass), Wolfgang Weth (Klarinette) und Rainer Engelhardt (Schlagzeug) bei ihrem aktuellen Auftritt im oberen Foyer des Kulturhauses kein neues Programm, sondern eine Auswahl aus vergangenen Konzerten servierten, hatte einen Grund: Das Quartett feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Alle vier Mitglieder sind Orchestermusiker vom Beruf und nehmen sich im „Opera Swing Quartett“ die Freiheit, Musik zusammenzufügen, die eigentlich nicht zusammen gehört. Meist treffen bei den Arrangements, die in der Regel aus der Feder von Pianist Wolfgang Heinzel stammen, Elemente der Klassischen Musik auf Fragmente bekannter Jazz-Standards.

Im Anschluss an Heinzels federleichte Klaviereröffnung mit „Lippen schweigen“, der eine fetzige Jazz-Fassung des Werkes mit dem kompletten Orchester folgte, gab es das erste gemeinsame Stück: „Gilda from Ipanema“ kombiniert Motive aus Verdis „Rigoletto“ mit dem lässigen Song „Girl from Ipanema“, wobei die Musiker das Arrangement, wie auch bei zahlreichen anderen Stücken, mit musikalischen Gimmicks wie Vogelgezwitscher würzten.

Die erste Opernouvertüre des Abends entnahm das Quartett dem Werk „Die verkaufte Braut“ von Bedrich Smetana und kombinierte sie mit dem Jazz-Standart „Blue rondo al la turk“ aus der Feder von Dave Brubeck. Das Werk widmeten die Musiker ihrem Bassisten Peter Cerny, der sich dabei besonders austoben konnte. Ein Höhepunkt des abwechslungsreichen Programms stellte die Melange von Klängen aus Bizets Oper „Carmen“ mit der feurigen Samba „Tico Tico“ dar. Bei dem Werk sorgte Wolfgang Weth an der Klarinette für eine gute Portion südamerikanisches Temperament. „Muffel“, wie die übrigen Musiker ihren Klarinettisten liebevoll nennen, würzte zudem seine Variante des „Gesangs der Priesterinnen“ aus dem zweiten Akt der Verdi-Oper „Aida“ mit einem guten Schuss Charlie-Parker-Flair und umschmeichelte die Zuhörer mit einer samtweichen Bar-Jazz-Variante des Werkes.

Eine überaus interessante Kombination stellte die Fusion von Puccinis „Arie der Butterfly“ mit Bobby Hebbs Song „Sunny“ dar, die die Band mit deutlichen Anleihen an die Pop-Musik der 70er-Jahre sowie einem eingängigen Rumba-Sound servierte. Später brachten die Musiker unter anderem ungewöhnliche Arrangements mit Anleihen an Wolfgang Amadeus Mozart ins Spiel. So wurde bei „Monostatos in Trinidad“ die „Arie des Monostatos“ mit fetzigen Samba-Rhythmen und Steel-Drum-Einlagen kombiniert, bevor ein Zitat aus Harry Belafontes „Mathilda“ einen eleganten Schlusspunkt setzte.

Bei der jazzigen Variante des Händel-Werkes „Tochter Zion“ kramten Cerny, Weth und Engelhardt sogar kurzfristig ihre Blockflöten zu einem schrägen Anspiel aus, setzten das Werk dann aber doch lieber mit agilen Klarinettenklängen fort. Als Abschluss des gelungenen Abends durfte auch eine peppige Zugabe nicht fehlen, bei der sich das Quartett einige Klassiker der Rock-Band „Queen“ vornahm. „We will rock you“, in mehreren Varianten augenzwinkernd und federleicht hinimprovisiert und gewürzt mit einem Anspiel von „We are the champions“ bescherte dem Konzert einen würdigen Abschluss. - Von Björn Othlinghaus

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare