Deutlich mehr Eigeninitiative nötig

Onlinevorlesungen: Studiert wird jetzt zu Hause

Studieren im Homeoffice: In Online-Videochats nimmt Florian Ludwig an den Vorlesungen seines Studiums der Wirtschaftsinformatik teil.

Lüdenscheid - Ein Studium erfolgreich zu absolvieren, ist ohnehin keine leichte Aufgabe. Doch wie läuft ein Studium in Zeiten von Corona ab?

Der Lüdenscheider Florian Ludwig studiert Wirtschaftsinformatik am Standort Hagen der Fachhochschule Südwestfalen und erzählt von einer veränderten Kommunikation mit den Lehrkräften, Prüfungen, die nicht wie gewohnt ablaufen, und der Ungewissheit durch Corona. 

„Die größte Veränderung“, sagt Ludwig, „liegt darin, dass es keine Präsenzveranstaltungen mehr gibt.“ Stattdessen werden die Vorlesungen über die Online-Plattform Zoom abgehalten. „Manche Professoren haben schon gesagt, dass es in diesem Semester keine Präsenzveranstaltungen mehr geben wird.“ Dadurch habe sich die Art und Weise des Studierens deutlich verändert. „Es ist jetzt wesentlich mehr ein Selbstlern-Studium.“ Da der persönliche Kontakt wegfällt, können die Professoren und Dozenten nicht mehr auf die einzelnen Studenten eingehen. Um trotzdem Hilfestellungen zu geben, gibt es für die Studierenden die Möglichkeit, der Lehrkraft die aufkommenden Fragen per E-Mail zu senden, oder um ein persönliches Online-Meeting zu bitten. 

Als Problem sieht der 24-Jährige die Online-Vorlesungen nicht. „In den meisten Fächern sind die Online-Vorlesungen völlig in Ordnung. Es gibt allerdings auch Fächer, wie zum Beispiel SAP (Systemanalyse und Produktentwicklung; Anm. d. Red.), wo es manchmal schwierig ist, weil der Professor oder Dozent einem nicht direkt am PC behilflich sein kann.“ 

Auch die Vorstellung von Präsentationen habe sich kaum verändert und macht es durch die Online-Variante vielleicht sogar etwas einfacher, wie Ludwig meint: „Der Inhalt der Präsentation bleibt ja gleich. Der einzige Unterschied ist, dass man die Studenten nicht mehr sieht.“ 

Teil des Studiums der Wirtschaftsinformatik sind semesterbegleitende Teilprüfungen, die vor Corona als 45-minütiger Test geschrieben wurden. Da dies momentan nicht möglich ist, hat sich die Aufgabenstellung nun verändert. „Man bekommt eine Aufgabe und hat einen gewissen Zeitraum, zum Beispiel von Montag bis Donnerstag, und muss die Aufgabe lösen. Dabei darf man dann alle möglichen Quellen nutzen.“ 

Wie die Klausuren stattfinden sollen und können, ist hingegen noch nicht klar. „Bisher wissen wir noch nicht genau, wie das geregelt wird“, sagt Ludwig, der im August 2021 seine Bachelorarbeit geschrieben haben möchte und am 16. Mai dieses Jahres eine Klausur im Fach Grundlagen des Wirtschaftens geschrieben hätte. „Die Klausur wurde abgesagt und war noch Teil der ersten drei Semester.“ Besonders wichtig ist diese Klausur für Ludwig, da er erst nach Bestehen sein Praxisprojekt starten darf. „Das jetzige Semester geht noch bis zum 3. Juli. Bisher ist angedacht, die Klausuren in den Semesterferien zu schreiben. Wo, ist bisher noch nicht bekannt.“ 

Klar ist nur der zeitliche Ablauf: Die Nachholklausuren aus den vergangenen Semestern sollen am Anfang der Ferien geschrieben werden. Die aktuellen Klausuren dann am Ende der freien Zeit. 

Hat Ludwig diese Klausur bestanden, kann er das Praxisprojekt starten, das er in der Kanzlei Schmale/Raabe in Halver absolvieren wird. „Da ich dort schon arbeite, kann ich da auch mein Praxisprojekt und die Bachelorarbeit schreiben“, sagt Ludwig, der davon profitiert, dass er sich seinen Stundenplan individuell zusammenstellen kann. „Ich mache es dann so, dass ich drei Tage pro Woche studiere und an zwei Tagen in der Woche in Halver arbeite.“ 

Von Problemen der Kommilitonen, einen Arbeitgeber zu finden, bei dem das Praxisprojekt durchgeführt werden kann, hat Ludwig bisher nichts mitbekommen und vermutet, „dass es wohl daran liegt, dass die Meisten schon während des Studiums arbeiten und deshalb einen Platz sicher haben.“

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