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Omikron-Welle erfasst Kinder und Erzieherinnen: Kita im MK muss schließen

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Von: Leon Malte Cilsik

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Kita Christine Schnur
Vom 26. bis zum 31. Januar muss die Kita Christine Schnur aufgrund mehrerer Corona-Infektionsfälle schließen. Auch die meisten anderen Awo-Kindertagesstätten im Märkischen Kreis bekommen die Omikron-Welle zu spüren. © Malte Cilsik

Die Omikron-Welle trifft die Kitas hart: Die Zahl der infizierten Mitarbeiter und Kinder ist in den vergangenen Wochen massiv gestiegen. Im Märkischen Kreis sind fast alle Einrichtungen betroffen.

Lüdenscheid – „Unser Personal ist völlig überlastet, weil es die vielen Ausfälle auffangen muss“, sagt Uwe Hildebrandt, Geschäftsführer des Awo Bezirksverbandes Westliches Westfalen. Auch der Märkische Kreis ist stark betroffen.

„Von 18 Kitas blieben im Märkischen Kreis bisher nur drei verschont. In den anderen gab es jeweils mehrere Fälle unter Kindern und Mitarbeitern“, sagt Tina Reers vom Awo Unterbezirk Hagen – Märkischer Kreis. Verschont blieb in Lüdenscheid einzig der Kinderplanet an der Bahnhofsallee. Besonders stark betroffen sei hingegen die Kita am Christine-Schnur-Weg, die bis zur nächsten Woche schließen musste. Zudem kam es Reers zufolge zur Schließung einzelner Gruppen in der Lüdenscheider Kita Sonnenhang und der Kita Farbenspiel in Meinerzhagen.

„Nach fast zwei Jahren Pandemie haben wir so etwas noch nicht erlebt. Die Eltern sind verzweifelt, da die Betreuung wegfällt, aber auch eine große Sorge besteht, dass die Kinder sich anstecken“, sagt Reers. Das Dilemma sei groß, der Personalmangel extrem. „Die Kinder sind verunsichert, da sie die Nervosität im Umfeld spüren, teilweise müssen sie wieder tagelang zu Hause bleiben. Die sichere Umgebung, Freundschaften fallen weg.“

In einer Pressemitteilung fordert die Awo daher, auf das sich zuspitzende Infektionsgeschehen zu reagieren. Es brauche landesweite Kriterien zu Schließungen von Gruppen und Einrichtungen: „Die Kitas dürfen nicht sich selbst überlassen werden.“ Zudem sei eine einheitliche Teststrategie plus flankierender Erweiterung der Laborkapazitäten notwendig. Auch regelmäßige Lolli-Schnelltests in den Einrichtungen seien denkbar, um das Infektionsgeschehen besser regulieren zu können.

„Wenn jetzt nicht gehandelt wird, dann ist mit einer ‚Durchseuchung‘ ganzer Einrichtungen zu rechnen“, heißt es in der Pressemitteilung. Erschwerend komme hinzu, dass es häufig zu Mehrfacherkrankungen der Beschäftigten kommt.

„Unsere Mitarbeitenden sind einer besonderen Gefährdungslage ausgesetzt, auch weil sie ohne Schutz von Masken mit den Kindern ihr Bestes geben. Ihre Arbeit gehört ebenso wie in den Gesundheitsberufen wertgeschätzt“, sagt Uwe Hildebrandt. Er fordert zudem eine Corona-Prämie für Arbeitskräfte in den Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege.

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