Ohnsorg-Theater begeistert mit „ganze Kerle“

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Die Proben sind noch etwas dilettantisch. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Johlender Beifall und „Zugabe“-Rufe: Keinen im Zuschauerraum hielt es am Samstagabend nach dem Finale der Komödie „Ganze Kerle“ noch auf seinem Sitz. Das Ensemble des Ohnsorg-Theaters hatte dem Publikum im Kulturhaus mit seiner Travestie-Show einen Heidenspaß bereitet.

Entsprechend gut war die Stimmung schon während des Stückes. Zur Belohnung für einen kurzweiligen und wahrhaft lustigen Abend gab es begeisterten Applaus wie selten für die Schauspieler.

Die Geschichte von Kerry Renard ist eigentlich ganz simpel: Vier „ganze Kerle“, die als Paketboten arbeiten, erfahren durch Zufall, dass die Tochter ihres Chefs schwer erkrankt ist und nur eine teure Augenoperation verhindern kann, dass sie blind wird. Kurz vor Weihnachten sind sie in guter Stimmung und beschließen daher, als Überraschung für den Chef, das Geld zu beschaffen. Manuel (Yilmaz Bayraktar), der abends als Tänzer in einem Boysclub arbeitet, hat die Idee, eine Travestie-Show zu organisieren. Nachdem er seine Kumpel mit mehr oder weniger Aufwand überzeugt hat, mitzumachen, nimmt der Komödienspaß mit all seinen kleinen Verwicklungen seinen Verlauf.

Die Inszenierung lebt vor allem vom offensichtlichen Spaß, den die Schauspieler selbst an ihrer Verkleidungsorgie haben, und der illustren Personenkonstellation. Neben dem lebenslustigen Mexikaner Manuel sind das Hinnerk (Markus Gillich), der immer noch bei seiner Mutter Lore (Edda Loges) lebt, der unglücklich verheiratete Paul (Robert Eder), der sich lange wehrt, im „Fummel“ aufzutreten, und der trauernde Witwer Georg (Frank Grupe). Den stets missgelaunten Chef mit dauernder Angst vor der Gewerkschaft gibt Till Huster.

Von Beginn an geht es lebhaft zu auf der Bühne, macht es Spaß, zuzusehen. Und mit den ersten, noch recht dilettantischen Verkleidungsversuchen ist das Publikum endgültig gewonnen. Egal ob der ohnehin schon große Georg auf mörderisch hohen Absätzen daherstolpert, Paul den Camilla Parker-Bowles-Verschnitt gibt oder Hinnerk seine Vorliebe für Doris Day offenbart: Einem Gag folgt der nächste. Dass die vier erst von Hinnerks Mutter und schließlich vom Chef bei den heimlichen Proben erwischt werden und Georg neue Seiten an sich entdeckt, gibt dem Ganzen ein paar neue Wendungen. Unaufhaltsam stolpern die „ganzen Kerle“ dabei auf das glückliche Ende zu. Dieses findet seinen farbenfrohen Höhepunkt in einer waschechten Travestie-Show – mit allem, was dazugehört, von Nana Mouskouri bis über Maria und Margot Hellwig bis zu Liza Minelli. Ein ganz großer Spaß! ▪ gör

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