Große Erleichterung für Hund und Besitzer

Ohne Maske und Maulkorb: Unterrichtsbeginn in den Hundeschulen im MK

Svenja Rosga hundetrainerin
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Svenja Rosga, Inhaberin der Hundeschule Herzensfelle zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Schäferhundmischling Motte.

Das Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund muss stimmen. Deshalb sind Hundeschulen besonders wichtig. Jetzt dürfen sie zumindest wieder Einzelunterricht geben.

Lüdenscheid – An den Lüdenscheider Hundeschulen darf ab Montag wieder unterrichtet werden - allerdings nur im Einzelunterricht. Gruppenstunden, wie sie eigentlich üblich sind, dürfen aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen noch nicht stattfinden. Das sorgt bei den heimischen Hundetrainern nicht nur für Begeisterung, auch wenn die Erleichterung erst einmal groß ist, überhaupt wieder Hundetraining anbieten zu dürfen.

„Wir werden das Einzeltraining nicht machen“, sagt Petra Heese, Vorsitzende der Bezirksgruppe Lüdenscheid des Deutschen Pudelklubs (DPK). Da der DPK ein Verein ist, ergebe eine Öffnung keinen Sinn. „Wir leben von Veranstaltungen und den Mitgliedern, die einen Jahresbeitrag zahlen. Unter fünf Teilnehmern werden wir keine Stunden anbieten“, sagt Heese.

Petra Heese, zusammen mit ihrer Hündin Fee, beim Training auf dem Vereinsplatz an der Spielwigge.

Lück hinterfragt Sinnhaftigkeit

Wann genau Christian Lück und der Verein Bunte Hunde Brenscheid Einzeltraining anbieten, stand am Freitagabend noch nicht fest. „Wir sind da gerade in den Planungen und haben Kontakt mit dem Ordnungsamt aufgenommen“, sagt der 1. Vorsitzende. Er persönlich habe ob der wieder steigenden Infektionszahlen jedoch seine Bedenken an der Sinnhaftigkeit. Zudem lebe sein Verein vom Miteinander. „Es ist im Einzeltraining nicht möglich, ein Vereinsleben zu führen.“

Christian Lück, 1. Vorsitzender des Vereins Bunte Hunde Brenscheid, und Hund Oskar.

Voll ins Training einsteigen wird Pit Brauckmann, der nach eigener Aussage auch während des Lockdowns den Kontakt zu seinen Kunden gehalten hat. „Da haben wir uns immer mal wieder ausgetauscht und auch über das Fachliche gesprochen. Es war mir wichtig, den Kontakt zu den Leuten nicht zu verlieren“, sagt Brauckmann. Für ihn sei der Lockdown nicht so hart gewesen wie für andere Hundeschulen, auch wenn er selbst finanzielle Einbußen hinnehmen musste. „Ich habe das Glück, dass ich nicht die fixen Kosten habe, deshalb war es für mich wirtschaftlich nicht so dramatisch. Das ist der Vorteil, wenn man hauptsächlich im Freien arbeitet.“

Seit dem Bekanntwerden, dass Hundeschulen ab Montag wieder Einzeltraining anbieten dürfen, habe Brauckmann sehr viele Anrufe, verbunden mit einer Anfrage für Einzeltraining, erhalten. „Viele waren sehr erleichtert. Die Menschen haben im Lockdown gemerkt, dass ihnen etwas fehlt, um das Zusammenleben zwischen Hund und Mensch zu entwickeln.“

Trainingsbedarf gestiegen

Dass der Bedarf an Trainingsstunden gestiegen ist, führe Brauckmann auch darauf zurück, dass sich viele Menschen während der Corona-Pandemie einen Hund angeschafft hätten. Das bestätigt auch Svenja Rosga, Inhaberin der Hundeschule Herzensfelle. „Gefühlt hat sich jeder während der Corona-Pandemie einen Hund angeschafft.“

Die Vermutung, dass dadurch auch automatisch mehr Arbeit auf Pit Brauckmann zukommen könnte, bestätigte der Hundetrainer. Dennoch glaubt er seine Grenzen zu kennen. „Auch meine Kapazitäten sind begrenzt. Meine Arbeitswoche umfasst sechs Tage. Mehr kann ich auch nicht machen. Trotzdem bin ich natürlich bemüht, so viele Einheiten wie möglich zu machen.“

Brauckmann hat Verständnis

Mit den Corona-Schutzmaßnahmen, die von der Bundesregierung beschlossen werden, ist Brauckmann weitestgehend einverstanden. „Ich finde, dass man immer im Hinterkopf haben muss, dass die Politiker eine solche Situation auch noch nicht erlebt haben und deshalb natürlich auch Fehler machen. Dennoch glaube ich, dass sie ihr Bestes geben und man nicht immer so extrem kritisch sein sollte.“

Wie bei vielen Hundeschulen liege das Hauptaugenmerk Brauckmanns auf Gruppentrainings. „Bei mir werden immer gleich mehrere Trainingseinheiten gleichzeitig gebucht und im Voraus bezahlt. Ich muss da meinen Kunden einen großen Dank aussprechen, denn bei vielen konnten die bezahlten Einheiten wegen des Lockdowns nicht durchgeführt werden. Kein einziger Kunde hat sein Geld zurückgefordert. Die Solidarität war da sehr goß.“

Voll in seinem Element: Hundetrainer Pit Brauckmann zusammen mit seiner Hündin Isa auf der Straße am Hulsberger Waldweg, wo der Unterricht seiner Hundeschule hauptsächlich stattfindet.

Svenja Rosga hingegen ist erfreut, wieder Einzelstunden geben zu dürfen. „Ich lebe quasi vom Einzeltraining. Da ist die Freude nach mehr als acht Wochen Pause natürlich groß“, sagt sie, äußert aber auch Unverständnis: „Dass Einzeltraining überhaupt nicht erlaubt war, sorgt bei mir für Kopfschütteln. Dabei können ja alle Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln eingehalten werden.“

Hundeschulen und -Vereine

Die folgenden Hundeschulen und Hundevereine sind in Lüdenscheid ansässig:

Hundeschule Herzensfelle – Inhaberin: Svenja Rosga, Standort: Am Heicken 2b, Kontakt: Tel. 01 57 / 36 51 08 89, Internetseite: www.hundeschule-herzensfelle.de, E-Mail: info@hundeschule-herzensfelle.de

Hundeschule Lüdenscheid Pit Brauckmann – Inhaber: Pit Brauckmann, Standort: Hulsberger Waldweg 18, Kontakt: Tel. 0 23 51 / 5 18 00, Mobil. 01 60 / 5 92 96 40, Internetseite: www.hundeschule-brauckmann.de, E-Mail: info@hundeschule-brauckmann.de

Bunte Hunde Brenscheid – 1. Vorsitzender: Christian Lück, Standort: Brenscheider Straße, Kontakt: Tel. 01 51 / 40 11 16 54, Internetadresse: www.bunte-hunde-brenscheid.de, E-Mail: info@bunte-hunde-brenscheid.de

Deutscher Pudelklub Bezirksgruppe Lüdenscheid – 1.Vorsitzende: Petra Heese, Standort: Spielwigge, Kontakt: Tel. 0 23 31 / 8 31 57, Internetadresse: www.dpk-bg-lüdenscheid.de, E-Mail: d.heese@arcor.de

Anmerkung: Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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