Impfpflicht seit 1. März

Ohne Maserimpfung kein Kitabesuch: Was Eltern wissen müssen

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Lüdenscheid - Alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr, die eine Kindertageseinrichtung oder eine Schule besuchen, müssen gegen Masern geimpft sein. Das besagt ein neues Gesetz, das am 1. März in Kraft getreten ist. Hier gibt es einen Überblick, was das bedeutet und wie dies in Lüdenscheid umgesetzt wird.

Was steht im Gesetz? 

Alle Kinder, die das erste Lebensjahr vollendet haben, müssen beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten die Masern-Impfung vorweisen – Kinder im Alter von 1 bis 2 Jahren eine Impfung, und ab einem Alter von zwei Jahren zwei. Gleiches gilt für Kinder, die eine Tagespflege besuchen und auch für Erwachsene, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen arbeiten sowie für Flüchtlinge und Asylbewerber, die in Gemeinschaftseinrichtungen leben.

Wie wird die Impfpflicht in Kitas und Schulen umgesetzt?

„Eltern müssen einen Impfnachweis vorlegen und dies wird dann in den Kitas dokumentiert“, sagt Stadtsprecher Sven Prillwitz. Gleiches gilt für die Schule. Der Nachweis kann der Einrichtungsleitung durch Vorlage des Impfausweises, das gelbe Kinderuntersuchungsheft – vor allem bei bereits erlittener Krankheit – oder ein ärztliches Attest erbracht werden.

Wann muss der Nachweis erbracht werden?

Bereits aufgenommene Kinder müssen den Nachweis bis zum 31. Juli 2021 erbringen. Die meisten Kinder seien jedoch ohnehin entsprechend der Vorgaben geimpft. Neu aufzunehmende Kinder müssen die Masernschutzimpfung sofort vorlegen, erklärt Sven Prillwitz. Bei den Anmeldungen zur weiterführenden Schule vor wenigen Wochen wurden die Ausweise größtenteils noch nicht kontrolliert – dazu fehlten den Verantwortlichen noch die entsprechenden Bestimmungen darüber, wie sie die Daten zu erheben haben. Mittlerweile lägen diese jedoch vor – mit entsprechenden Hinweisen, wie beispielsweise der Impfausweis zu lesen ist. An vielen Lüdenscheider Schulen werden die Eltern nun gebeten, den entsprechenden Nachweis der Impfung im Rahmen eines Elternabends oder Kennenlerntages zu erbringen, hieß es auf Nachfrage.

Was passiert, wenn die Pflicht nicht erfüllt wird?

„Kinder, die bis zum 31. Juli 2021 nicht geimpft sind beziehungsweise keinen Nachweis erbracht haben, müssen vom Besuch der Kita ausgeschlossen werden“, sagt Sven Prillwitz. Und auch Beschäftigte in den Einrichtungen, dürfen dort nicht weiter tätig sein, wenn sie den Nachweis nicht bis zum Fristablauf erbracht haben. Anders sei dies, wenn Betroffene einer gesetzlichen Schul- oder Unterbringungspflicht unterliegen, erklärt Prillwitz. Alle Betroffenen können allerdings verpflichtet werden, an einer Impfberatung teil zu nehmen, heißt es in einer Bürgerinfo des Märkischen Kreises. Zudem sind Zwangs- oder Bußgeldverfahren möglich.

Wer ist für die Kontrolle beziehungsweise Verstöße zuständig? 

Zuständig für die Verfolgung von Verstößen ist das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises. Die Einrichtungsleitung oder der Arbeitgeber sind zudem gesetzlich verpflichtet, dem Gesundheitsamt einen Verstoß gegen die Impfverpflichtung mitzuteilen.

Ist das Impfaufkommen in den Kinderarztpraxen durch das Gesetz nun höher?

„Bei uns in der Kinderarztpraxis haben die Eltern ihre Kinder auch schon vor dem Gesetzesbeschluss impfen lassen, daher haben wir nun auch kein erhöhtes Impfaufkommen“, sagt eine Mitarbeiterin von Kinderarzt Dr. Martin Böhle auf Anfrage. Kinder können ab einem Alter von neun Monaten gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden.

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