OGS: Hier Wartelisten, dort freie Plätze

585 Erstklässler sind für das kommende Schuljahr angemeldet – nicht alle erhalten den gewünschten Ganztagsplatz.

LÜDENSCHEID - Aktuell 606 Lüdenscheider Grundschüler erhalten heute nach dem Unterricht noch Hausaufgabenhilfe sowie Spiel- und Lernangebote im Offenen Ganztag (OGS) ihrer Schule. Das sind derzeit 34 Kinder weniger, als die Stadt OGS-Plätze an zwölf Schulen vorhält. Trotzdem erhält auch im kommenden Schuljahr längst nicht jedes Kind einen Ganztagsplatz. Den Grund nannte Schulverwaltungsamtsleiter Reinhard Merkschien im Schulausschuss: „Die Nachfrage ist nicht dort, wo wir unsere Überhänge haben.“

Beispiele: Im Schulverbund Schöneck/Brügge sind am Teilstandort Brügge jetzt noch 18 von 50 Plätzen für den Ganztag 2010/11 frei. An der Hermann-Gmeiner-Schule als Teilstandort der Schule Gevelndorf sind 15 Plätze unbesetzt, die OGS Wehberger Schule könnte noch 12 Kinder aufnehmen, Tinsberger- und Westschule jeweils zwei.

Zugleich meldet die Adolf-Kolping-Schule einen Anmelde-Überhang von sieben Kindern, an der Knapper Schule erhalten sogar 22 nicht den gewünschten Ganztagsplatz, an der Pestalozzischule sind es immerhin noch 10.

Schulausschuss-Vorsitzender Jens Voß (SPD) hakte angesichts dieser Zahlen nach: „Was tun wir, um den Eltern andere Standorte schmackhaft zu machen?“ Merkschien dazu: „Wir bieten Eltern benachbarte Schulen an. Doch der Wechselwille ist unserer Erfahrung nach gleich Null.“ Daran, so Merkschien, möge man auch ablesen, wie dringend der Bedarf mancher Eltern an einem Ganztagsplatz für ihr Kind tatsächlich sei.

Mit dieser Bemerkung handelte er sich allerdings Widerspruch ein: Berthold Lüke, Sprecher der Lüdenscheider Grundschulleiter, verwies auf die Ursache für die Ungleichgewichte aus seiner Sicht: „Eltern erhalten bei der Anmeldung ihrer i-Dötzchen im November keine verbindliche Zusage für einen Ganztagsplatz. Die tatsächliche Zahl freier OGS-Plätze ist ja erst Mitte Januar zu übersehen.“ Ist das Kind aber erst einmal an der gewünschten Schule angemeldet und es stellt sich dann heraus, dass es dort keinen Nachmittagsplatz mehr gibt, fällt ein Schulwechsel auf den letzten Drücker naturgemäß schwer.

Mit Stand 15. Juni waren 585 Schulanfänger für das Jahr 2010/11 angemeldet. Ihnen dürften erfahrungsgemäß aber noch einige folgen.

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