Offener Brief von Fröhling an Voß zum Thema Rätherwiese

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Auf der Rätherwiese könnte möglicherweise Sozialer Wohnungsbau betrieben werden

Lüdenscheid - Einmal mehr geht es um den möglichen sozialen Wohnungsbau auf der Rätherwiese. In einem Offenen Brief, der der Redaktion vorliegt, wendet sich Oliver Fröhling, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Rat, an SPD-Fraktionschef Jens Voß. Er antwortet auf dessen Äußerungen in einem Artikel vom Wochenende.

Voß hatte erklärt, er wolle keine Bebauung der Rätherwiese gegen die Bürgerschaft, dass es aber dennoch wichtig sei, eine mögliche Bebauung über einen Aufstellungsbeschluss anzuschieben.

Dazu hatte Voß im Wortlaut gesagt: „Ob es dann eine Bebauung gibt oder nicht, muss man abwarten. Das hängt davon ab, wie viel Wohnraum wir für Flüchtlinge benötigen.“

"Gegen den Aufstellungsbeschluss stimmen"

Oliver Fröhling fragt in seinem offenen Brief: „Wie passt das denn zusammen?“ Und weiter: „Sie sollten wissen, dass ein solches Vorgehen freundlich ausgedrückt Augenwischerei ist.“

Fröhling ist der Überzeugung, dass eine Bebauung, wenn ein Aufstellungsbeschluss erst gefasst ist, „nur relativ schwer wieder zu stoppen“ sei. „Also, wenn Sie nicht gegen die Bürgerschaft handeln wollen, müssten Sie logischerweise im Ausschuss gegen den entsprechenden Aufstellungsbeschluss stimmen“, schreibt er an Voß. Die CDU bleibe ihrer Linie treu – gegen eine Bebauung der Rätherwiese.

"Mit offenen Augen duch die Stadt gehen"

Fröhling spricht auch die Nutzung vorhandener Leerstände an: Die Bemühungen der Verwaltung scheinen „aus unserer Sicht noch nicht ausreichend“. Man habe mit einigen Vertretern der Vermietungs- und Immobilienbranche feststellen können, dass noch erhebliches Potential bei Leerständen besteht.

„Wenn man mit offenen Augen durch die verschiedenen Stadtteile geht, kann man sogar als Laie sehr viele leer stehende Wohnungen erkennen.“

Das Thema am "runden Tisch" kanalisieren

LN-Leser wissen: Die CDU-Fraktion hatte einen „runden Tisch“ mit Immobilienvertretern vorgeschlagen. Jens Voß hatte daraufhin geäußert, er verstehe den Vorschlag nicht, zumal bereits Gespräche liefen.

Fröhling geht in seinem Brief erneut darauf ein: Das Thema solle kanalisiert werden, damit man kurzfristig zu brauchbaren Ergebnissen komme – und das nicht erst vor oder nach den Sommerferien. Mit letzterer Formulierung spielt er auf die Aussage Voß’ an, „kurz vor oder nach den Sommerferien“ werde es einen Leerstandskataster geben.

„Chef der Verwaltung verantwortlich“

„Wir müssen die Flüchtlinge mit einer Bleibeperspektive schnell in geeignete Wohnungen unterbringen, aber dabei einer Ghettobildung entgegenwirken. Und hier sehen wir ganz klar den Bürgermeister als Chef der Verwaltung in der Verantwortung“, so Fröhling weiter.

Er holt zu der Erklärung aus, dass die Bereiche „Zentrale Gebäudewirtschaft“ und „Planen“ verantwortlich seien und nicht Dezernent Thomas Ruschin. „Wenn Sie ernsthaft meinen, dass es sich dabei um (Zitat) ‘dessen ureigenste Sache’ handelt, kennen Sie die Zuständigkeiten in der Verwaltung nicht ausreichend“, wirft Fröhling Voß vor.

Ruschin und Team machten in der Flüchtlingsthematik einen hervorragenden Job, so der CDU-Fraktionschef. Er traue ihm, im positiven Sinne, noch mehr zu.

Lesen Sie hier den Artikel mit den Äußerungen von Jens Voß

SPD-Fraktionschef Jens Voß: Keine Planung gegen Bürgerschaft

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