Ölbilder und Grafiken von Ida Gerhardi

Ölbilder und Grafiken der Künstlerin Ida Gerhardi werden ab dem 24. März in der Städtischen Galerie gezeigt.

Lüdenscheid - Die Kunstszene des beginnenden 20. Jahrhunderts war ihre Welt, jene Zeit, in der unverheiratete Damen schnell als „spätes Mädchen“ galten und in der eine selbstversorgende Malerin in den Augen der besser gestellten Familien den allgemeinen Sittenverfall verkörperten. Eine von ihnen, die in Hagen geborene und in Lüdenscheid gestorbene Malerin Ida Gerhardi, wird ab dem 24. März in der Städtischen Galerie in vielen Facetten beleuchtet – und mit ihr weitere deutsche Künstlerinnen dieser Zeit wie beispielsweise Gerhardis langjährige Wegbegleiterin Käthe Kollwitz.

Am 23. März (Freitag) wird in der Galerie die Ausstellung „Deutsche Künstlerinnen in Paris um 1900“ mit einer Vernissage eröffnet. Sie zeigt Bilder jener Frauen, die in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts durch jene Etablissements, Tanzpaläste und verruchte „Apachenkneipen“ zogen, die die sittsamen Damen von Welt eher mieden. Gemalt haben diese Künstlerinnen ganz getreu dem Impressionismus Momentaufnahmen, Tänzerinnen, leicht bekleidet und von gestrengen Herren in schwarzen Zylindern bisweilen argwöhnisch und gleichsam lüstern beäugt. Viele dieser Bilder sind lange schon im Privatbesitz und werden für die Ausstellung nach Lüdenscheid gebracht. Rund ein Viertel der Arbeiten Gerhardis sind Grafiken, der Rest Ölgemälde.

Ida Gerhardi starb 1927 bei ihrer Familie in Lüdenscheid, nachdem sie aus Krankheitsgründen bereits 1913 aus Paris zu ihrem Bruder gezogen war. Für viele Lüdenscheider zählt die Malerin zu den bedeutendsten Töchtern der Stadt. So hält auch die Sparkasse mit dem Ida-Gerhardi-Förderpreis für nordrhein-westfälische Nachwuchskünstler das Ansehen der Malerin in Ehren.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog im Hirmer-Verlag, der ausführlich über Werk und Leben der Künstlerinnen informiert. Ein Kernbestand der Ausstellung wird von September bis Dezember 2012 im Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte in Oldenburg zu sehen sein. Gefördert wird die Ausstellung durch die LWL-Kulturstiftung und die Kunststiftung NRW sowie durch die Lüdenscheider Firma Fischer Elektronik.

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