Ökumenischer Bußgang in Lüdenscheid

LÜDENSCHEID – Es war ein langer Schweigemarsch, der sich ausgehend von der Gemeinde St. Petrus und Paulus zur griechisch-orthodoxen Kirche St. Irini-Nektarios und von dort zur Christuskirche in Bewegung setzte.

Unter dem Motto „Bekenntnis zum Gekreuzigten“ zogen etwa 400 Christen der Stadt aus den verschiedensten Gemeinschaften hinter einem großen Holzkreuz her. „Wir wollen Platz machen für das Kreuz, für Christus in unserer Stadt“, fasste der evangelische Diakon Kristian Hamm-Fehl zusammen. Zu diesem Bußgang sind traditionell in der Fastenzeit vor Ostern alle Christen eingeladen, um in Einheit ein sichtbares Zeichen ihres Glaubens in der Bergstadt zu setzen. Flankiert von Fackelträgern waren bis zur letzten Station in der Christuskirche weitere 100 Gläubige hinzugekommen.

„Predige immer, wenn nötig auch mit Worten“, mahnte Hamm-Fehl in der katholischen Gemeinde. In seiner Kurzandacht erinnerte er an den göttlichen Auftrag, als Christ Verantwortung in der Gesellschaft wahrzunehmen und sich für Kranke, Obdachlose, Arme, für die Gleichstellung der Frauen sowie für Kinder ohne Zukunftsperspektiven einzusetzen. Im Gottesdienstraum waren sechs Banner mit den Millenniumszielen der UNO aufgestellt. Diese „Denk-Installation“ hinter einem Abendmahlstisch hatte der Treffpunkt Eine-Welt-Laden in den Bußgang eingebracht. Acht unterschiedlich große Teller mit asymmetrisch verteilten Brötchen und große Fülle auf dem ersten sowie wenige Krümel auf dem letzten Teller veranschaulichten die ungerechte Güterverteilung in der Welt und mahnten zugleich, sich für Entrechtete einzusetzen und existenziellen Nöten zu begegnen. Diese Installation wird sechs Wochen lang zu sehen sein und soll im wöchentlichen Wechsel in drei katholischen und drei evangelischen Gemeinden der Innenstadt aufgestellt werden.

Die Andacht in der orthodoxen Kirche leitete Erzpriester Polyefctos Georgakakis, unterstützt von Sergios Kuckhoff. Die Liturgie wurde dabei erstmals in deutscher Sprache gehalten. Georgakakis entließ die Gläubigen mit den Worten: „Möge sich diese Tradition fortsetzen, solange es Christen in dieser Stadt gibt“. Grußworte gab es hier von Pastor Hans Ferkinghoff.

„100 Millionen Kinder sind weltweit ohne Bildung und werden in Kinderarbeit und als Kindersoldaten versklavt, viele Kinderseelen durch Prostitution zerbrochen“, ergänzte Pastor Patrick Schnell in seiner Andacht in der Christuskirche. Musikalische Beiträge gab es hier von dem Chor Vokale Feminina unter der Leitung von Wolfgang Kimpel. Der Bußgang endete mit dem Appell, sich gemäß des Willens Gottes gegen die Missstände in der Welt zu wenden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare