Gastwirte und Geschäftsleute sauer

Oberstadt: Ärger über Taxi-Verbot und Bodenbelag

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Romantisch, aber tot – so beurteilen viele Bürger die Realitäten in der Lüdenscheider Altstadt. Ansässige Gastwirte und Dienstleister wollen sich mit der Situation nicht abfinden.

LÜDENSCHEID - Im Grunde attraktiv, doch abgehängt von der Stadtentwicklung – so fühlen viele Bürger, wenn sie an die Lüdenscheider Alt- und Oberstadt denken. Fakt ist: Einzelhändler, Gastronomen und mitunter auch Anwohner des historischen Bezirks klagen fast schon traditionell über Benachteiligungen.

Abfinden mit den Verhältnissen wollen sie sich nach wie vor nicht. Das bewies auch eine Gesprächsrunde, zu der sich jetzt rund 15 ansässige Wirte, Händler und Dienstleister eingefunden hatten.

Initiiert worden war die Veranstaltung von CDU-Ratsherr Rüdiger Wilde, Gastwirtin Claudia Colonna und anderen Geschäftsleuten der Altstadt. Die bisweilen äußerst lebhafte Debatte entpuppte sich dabei als bunt gemischte Sammlung von Beschwerden und Verbesserungsvorschlägen. Wobei auch die Schuldigen für die Probleme der Oberstadt rasch ausgemacht waren: Verwaltung und Politik. Hier ein Überblick über die zentralen Wünsche und Vorstellungen der Beschwerdeführer.

Stichwort Taxi-Verbot. Das muss schnellstens wieder weg, da war sich die Versammlung einig. Rüdiger Wilde fasste es so zusammen: „Ein geordneter Taxiverkehr muss in der Altstadt einfach möglich sein.“ Davon sollen bewusst nicht nur Behinderte und Senioren, sondern auch Kneipengänger und andere Altstadt-Besucher profitieren. Zeichen für eine Aufweichung des Taxi-Tabus gibt es seitens der Stadt derzeit aber keineswegs.

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Thema Bodenbelag. Das Kopfsteinpflaster in der Oberstadt, so die Klagen, sei mit seinen tiefen Rillen eine gefährliche Stolperfalle für viele Bürger. Für Eltern mit Kinderwagen etwa, für Nutzer von Rollatoren oder auch für Frauen in Stöckelschuhen. Was aber ist hier konkret zu tun? Nach Ansicht der Versammlung dies: Mit einer speziellen Fugen-Verfüllung soll ein circa jeweils 1,50 Meter breiter Kopfsteinpflaster-Streifen in einen planen Gehbereich verwandelt werden. Und das möglichst überall im Quartier. Bezahlen soll das, so Gastronomin Claudia Colonna, „natürlich die Stadt.“

Auf der Wunschliste der Wirte und Geschäftsinhaber steht aber noch mehr. So eine „kindgerechte“ Aufwertung des kleinen Spielgeländes an der Luisenstraße, ein Weihnachtsmarkt in der Oberstadt, mehr Hinweis-Schilder auf der Wilhelmstraße, die zu Läden und Gastro-Betrieben in der Altstadt führen und erweiterte Spielräume, wenn es um die Bestuhlung der Außen-Gastronomie geht.

Und auch die Beleuchtung im Viertel geriet ins Visier der Diskutanten. Der Tenor hier: Abends wirke die Altstadt düster, ein Sicherheitsgefühl sei mit dem derzeitigen Lichtkonzept nicht zu erzeugen. Dabei setzen gerade auch die Gastwirte auf eine Wohlfühl-Atmosphäre in den historischen Gassen.

Daran mangelt es aber aktuell womöglich noch. Ein Anwohner dazu: „Sagen Sie doch mal jemandem, dass Sie abends in der Altstadt noch ein Bier trinken gehen wollen. Da werden Sie ausgelacht.“ - Sebastian Schmidt

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