Mediale Erweiterung im alten Rathaus

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Die Gedenkzellen erfahren eine multimediale Erweiterung.

Lüdenscheid - Matthias Wagner als Vorsitzender des Vereins Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus wird bei der Jahresversammlung am Dienstag (19 Uhr in der Volkshochschule) zwei Aktionen verkünden:

Zum einen den am Wochenende ins Haus stehenden Gedenk-Marsch für das Leben auf den Spuren der NS-Opfer zwischen Köln und Lüdenscheid, zum anderen eine multimediale Erweiterung der Gedenkzellen im alten Rathaus.

Ein Dutzend Lüdenscheider haben sich bereit erklärt, für die Ge-Denk-Zellen über ihre Jugend in der NS-Zeit zu erzählen: „Die überwiegende Zahl der älteren Herrschaften möchten sich allerdings nicht filmen lassen“, so Wagner, und so greife man auf Tonaufnahmen und Fotos zurück.

Die Tonaufzeichnungen werden mit Bilddokumenten zu ungefähr viertelstündigen Video-Clips zusammengestellt und dann in die Dokumentationsrechner der Gedenkzellen eingepflegt. Zehn bis 15 Minuten lang werden die O-Töne sein, die demnächst im alten Rathaus zu hören sind. Die „Uraufführung“ eines der Interviews findet am Dienstag statt. Rund 50 Stunden Arbeit stecken hinter einem der Interviews, schätzt der Vorsitzende der Ge-Denk-Zellen.

Fahrt zur Gedenkstätte in Köln

Thema wird auch der für das kommende Wochenende geplante Gedenk-Marsch sein. Gleich mehrere Veranstaltungen sind für den 27. und 28. Februar sowie für den 1. März plant in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum in Köln. Das Dokumentationszentrum ist die größte lokale Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus’ in der Bundesrepublik.

Dorthin führt am Freitag eine gemeinsame Fahrt (16 Uhr ab Kulturhaus). Ab 19 Uhr informieren Wagner und Dr. Karola Fingst (Köln) über die Auflösung der Lager der Gestapo im Kölner Raum, den einwöchigen „Todesmarsch“ der Gefangenen und die Situation im Arbeitserziehungslager Hunswinkel.

Rund 300 Menschen, überwiegend Juden, sind in den letzten Kriegsmonaten aus dem Kölner Raum nach Hunswinkel deportiert worden. Auf die Spuren derer, die sich auf diesem „Todesmarsch“ befunden haben, will man sich am Samstag begeben. Um 9 Uhr geht’s über Wipperfürth bis zur S-Bahn-Station in Bensberg. Von dort aus führt eine 25 Kilometer lange Wanderung.

Gedenk-Marsch am Sonntag

Der sonntägliche Gedenk-Marsch führt am 1. März ab 9.30 Uhr (ab Kulturhaus) und 10 Uhr ab ZOB Wipperfürth zu Fuß zurück nach Lüdenscheid, ebenfalls eine 25 Kilometer lange Strecke. Jeder Tag ist eine Einheit für sich, die Teilnahme kostet fünf Euro. Sollte es regnen, entfallen die Wanderungen, die Vorträge finden auf jeden Fall statt.

Informationen zu dem Gedenk-Marsch liegen in der Stadtbücherei und im Weltladen neben den Gedenkzellen im Alten Rathaus aus. Wegen der Busplätze ist verbindliche Anmeldung bis Mittwoch. notwendig: Matthias Wagner ist erreichbar unter der Rufnummer Tel. 02351/25138 oder Email wagner-luedenscheid@web.de. - rudi

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