Nur für eigene Mitarbeiter: Stadt richtet Betriebskita für Unter-Dreijährige ein

Schulgebaeude mit Graffiti
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In der ehemaligen Friedensschule will die Stadt einen Betriebskindergarten für den Nachwuchs städtischer Bediensteter einrichten.

Im Kampf um die besten Köpfe will die Stadt Lüdenscheid qualifizierte Bewerber mit einer betrieblichen U3-Kinderbetreuung in die Bergstadt locken. Dafür soll eine Großtagespflegestelle in der ehemaligen Friedensschule eingerichtet werden, in der Mitarbeiter der Stadtverwaltung ihre Kinder bis drei Jahre betreuen lassen können.

Lüdenscheid - Die Entscheidung darüber ist jetzt in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses gefallen. Am 1. August dieses Jahres soll die Einrichtung starten.

Mit der Maßnahme verfolgt die Stadt Lüdenscheid das Ziel, als Arbeitgeberin attraktiver zu werden. Beschäftigten mit kleinen Kindern soll durch das Angebot einer betrieblichen Kindertagesbetreuung die Aufnahme beziehungsweise Fortführung der beruflichen Tätigkeit erleichtert werden, heißt es in der Begründung aus dem Rathaus.

Die Hoffnung: Fachlich erforderliche Stellen könnten so mit qualifizierten Mitarbeitern besetzt werden. Zuletzt hatte die Stadt wiederholt Schwierigkeiten, Stellen für Bauingenieure und Erzieher zu besetzen.

Die Stadt Lüdenscheid hat sich für die Betriebsform der Großtagespflegestelle entschieden. Neun Kinder unter drei Jahren können so gleichzeitig anwesend sein, bei Teilzeitregelungen sogar bis zu 15. Darunter darf allerdings nur ein Kind unter einem Jahr sein. Ab dem dritten Lebensjahr wechseln die Kinder dann in einen allgemein zugänglichen Kindergarten.

Das Angebot ist zunächst auf drei Jahre befristet und soll in einer Dienstvereinbarung festgeschrieben werden. In den drei Jahren werden der Bedarf erfasst und erste Erfahrungen gesammelt. Danach kann das Angebot ausgebaut oder – bei geringem Bedarf – als öffentliche Kindertagespflege weitergeführt werden.

Die betriebliche U3-Kinderbetreuung wird zusätzlich zur Ida-Gerhardi-Grundschule und einer Kindertagesstätte im ehemaligen Gebäude der Friedensschule untergebracht. Für den Umbau zur Großtagespflegestelle sind 195 000 Euro angesetzt, von denen 121 500 Euro aus Landesmitteln stammen. Vier Stellen – zwei Erzieher, eine Ergänzungskraft und eine Hauswirtschaftskraft – sollen dort entstehen.

Die neuen Arbeitsplätze in der Kindertagespflegestelle finden sich auch in der ersten Ergänzung des Stellenplans zum Haushaltsjahr 2021, über den am Montag ebenfalls abgestimmt wird. Dutzende weitere Stellenplanänderungen in fast allen Fachbereichen verursachen Mehrkosten von netto 1,3 Millionen Euro.

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