„Nur“ einige Hundert Fans bei Open Air mit Booster

Bassist Dennis Bowens gefiel die Stimmung in Lüdenscheid.

Lüdenscheid - Dort, wo sich sonst Tausende von Menschen drängen, waren es diesmal „nur“ mehrere Hundert: Zum ersten Mal in der fast 20-jährigen Geschichte des Open-Airs bei Mercedes Jürgens gab es kein Booster-Wetter. Aber die wahren Fans der Band aus Mönchengladbach hält auch das nicht ab.

Ob es allerdings in diesem Jahr eine Spendenausschüttung geben wird, hielt Oliver Fröhling von Mercedes Jürgens für fraglich: „Die Fixkosten haben wir trotzdem“, sagte er.

Die Musiker zeigten sich auf ihrer Facebook-Seite von den Lüdenscheider Fans beeindruckt: „Trotz Kälte, Wind und Dauerregen haben geschätzte 600 Lüdenscheider dieses Open-Air-Event gerockt!! (Wir hatten bei dem miesen Wetter mit circa acht Personen gerechnet...) Wirklich beeindruckend, wie sich das Publikum nicht den Spaß und die tolle Stimmung hat nehmen lassen, obwohl es richtig ‚uselig‘ war“, schreiben die „Boosters“.

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Booster 2013

Beeindruckend war es in der Tat, wie vor der Bühne, ob mit oder ohne Regenschirm, gefeiert wurde. Denn zum ersten Mal gab es einen Booster-Abend, an dem es überhaupt nicht aufhörte, zu regnen, auch wenn sich das Wetter irgendwann bei einem leichten Dauernieseln einpendelte. Erfinderisch waren die Lüdenscheider durchaus in der Wahl ihres Regenschutzes – vom langen Plastikmantel bis zum Anglerschirm war alles dabei. Sänger René Pütz meinte zu Beginn des Abends: „Wer die Hände nicht frei hat zum Klatschen, wackelt einfach mit dem Schirm.“ Auch das funktionierte.

Aber das änderte nichts daran, dass eben doch deutlich weniger Besucher kamen als in den Vorjahren. Die Flächen zwischen den Bierwagen und dem Essensstand waren fast wie leergefegt. Auch die Fluktuation auf dem Platz war größer – bei der Kälte mochten viele nicht den ganzen Abend bleiben. Sie gingen entweder früher oder kamen erst später.

Entsprechend leer waren die Reihen noch, als Oliver Fröhling und Bürgermeister Dieter Dzewas das Konzert eröffneten. Beide forderten die Gäste auf, wenigstens ordentlich Umsatz zu machen, damit vielleicht doch etwas für den Spendentopf übrig bleibt. Wer sich einmal durchgerungen hatte zu kommen, erlebte eine gewohnt souverän aufspielende Truppe, die sich bemühte, in den vier Sets dafür zu sorgen, dass niemandem kalt wurde. Warme Gedanken wollten die Musiker zum Beispiel mit „Sweet Home Alabama“ verbreiten. Nicht fehlen darf bei einem Booster-Auftritt der Abstecher in die 80er-Jahre, mit Musik von Queen, Bon Jovi oder den Eurythmics. Spätestens dann war bei einigen Fans kein Halten mehr.

Dass die Musiker nächstes Jahr wieder in Lüdenscheid spielen, steht außer Frage – dann hoffen alle wieder auf richtiges Booster-Wetter mit Sonnenschein – und wenn es erst pünktlich zum Beginn aufklart, wie schon so oft. - Von Bettina Görlitzer

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