Beschwerde übers Klinikum erreicht Ministerium

Das Klinikum Hellersen ist jetzt Gegenstand einer aufsichtsrechtlichen Prüfung durch die Bezirksregierung Arnsberg.

LÜDENSCHEID ▪ Fürs Erste ist Maria Schütze zufrieden. „Das wird gründlich geprüft“, sagt die 74-jährige Lüdenscheiderin, die sich mit einem Beschwerdebrief über das Klinikum Hellersen an das „Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter“ des Landes Nordrhein-Westfalen gewandt hat.

Beigefügt hat sie die gesammelten Zeitungsausschnitte aus den LN, die sich in den vergangenen Wochen mit dem Klinikum Hellersen, Vorwürfen gegen die Organisation, gegen Abläufe und Vorgehensweisen befasst haben. Maria Schützes Ziel: mit ihrer Beschwerde an offizieller Stelle Änderungen zu erreichen. Das allerdings kann „einige Zeit“ dauern, heißt es in der Antwort aus Düsseldorf. Dr. Jörg Lafontaine vom Referat Krankenhausversorgung schreibt der Lüdenscheiderin weiter, er habe ihre Beschwerde zum Anlass genommen, eine aufsichtsrechtliche Prüfung durch die zuständige Bezirksregierung Arnsberg zu veranlassen. Allerdings, auch darauf weist er ausdrücklich hin, gehe es dabei „ausschließlich um die Prüfung der Frage, ob Patientinnen oder Patienten ggf. durch organisatorische Mängel zu Schaden gekommen sind“.

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- Kommentar von Willy Finke

- Geschäftsführung: Erstaunt und bereit zum Gespräch

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- Landrat nimmt Stellung zum Klinikum

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- Gerfried Giebel: "Geschäftsführer muss weg!"

„Man kann das Problem nicht totschweigen“, findet die Lüdenscheiderin, die auch aus eigener Erfahrung spricht. Die war zuletzt 2007 gut, als sie wegen einer Schulterverletzung Patientin von Professor Dr. Gerfried Giebel war, der den Stein zu Jahresbeginn erst ins Rollen gebracht hat. Von der Versorgung bis zur Sauberkeit seien damals „keinerlei Wünsche offen“ geblieben, erinnert sich Maria Schütze. „Nun müssen wir leider alle feststellen, dass dieses Klinikum in den letzten drei bis vier Jahren auch ‘erkrankt’ ist und einer ‘Genesung’ bedarf“, schreibt die Lüdenscheiderin in ihrem Brief ans Ministerium unter anderem, den sie mit „Missstände im Klinikum“ überschrieben hat. Für Maria Schütze ist ihr Einsatz selbstverständlich. „Wenn man sich nicht engagiert, bewegt man nichts“, findet sie. Jetzt wartet sie gespannt auf das Ergebnis der amtlichen Untersuchung, über das sie „unaufgefordert“, wie es heißt, informiert werden wird.

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