November: Barbara Somborn

Lüdenscheid - Barbara Somborn ist für die LN-Redaktion die Lüdenscheiderin des Monats November. Ihre Philosophie: "Ich kenne keine halben Sachen."

Von Martin Messy

Urkunden an der Wand zeugen von ihrem langjährigen Einsatz – ob weit über 20 Jahre beruflich beim Verband der Vereine Creditreform oder ehrenamtlich beim SGV, der schlesischen Landsmannschaft, dem Bund der Vertriebenen, dem Hedwigswerk, dem Heimat- und Geschichtsverein, der Seniorenunion oder als Notenwartin beim Gemischten Chor Lüdenscheid. Seit elf Jahren engagiert sie sich zudem bei der Lüdenscheider Tafel, sammelt Waren ein, sortiert sie, hilft auch bei der Ausgabe. Kurzum: Barbara Somborn lebt den Unruhestand: „Rumsitzen geht nicht“, sagt sie. Die gebürtige Schlesierin, die 1946 als Neunjährige mit ihren Eltern und vier Geschwistern nach Lüdenscheid kam, ist für die LN-Redaktion die Lüdenscheiderin des Monats November. „Wenn ich etwas mache, dann bin ich auch ganz und gar dabei", beschreibt sie ihre Philosophie.

Viele Lüdenscheider werden die heute 74-Jährige als tüchtige Geschäftsfrau kennen. An der Seite von Gerhard Somborn, den sie 1978 heiratete, führte sie bis 1997 das Haushaltwarengeschäft Somborn an der Grabenstraße, wo es hochwertige Öfen, Herde und Waschmaschinen gab. 1981 feierte das Geschäft 100. Geburtstag, 16 Jahre später aber war Schluss. Gerhard Somborn war schwer erkrankt und starb ein Jahr später. Auch die größer werdende Konkurrenz der Baumärkte spielte eine Rolle bei der Geschäftsaufgabe.

„Engagiert war ich immer“, sagt die energische und gradlinige Seniorin. „Vielleicht lag es daran, dass ich lange allein war, bevor ich geheiratet habe und viel Zeit hatte. Und wenn Sie erst einmal ein Ehrenamt innehaben, dann werden Sie es auch so schnell nicht mehr los.“ Mit Computer oder Internet habe sie nichts am Hut. Bei der Tafel wolle sie eventuell Ende des Jahres etwas kürzer treten, sagt sie. Die Arbeit sei schon recht anstrengend. Aber da sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. Wenn Not am Mann ist, kann man auf Barbara Somborn zählen. Das dürfte auch weiter so sein. 

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