Gelebte griechische Musik

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Marianna Sorba vom Duo „Notios Anemos“.

Lüdenscheid - Eine griechische Interpretin, die mit Tiefgang und viel Herz volkstümliches Kunstlied der Heimat nahe brachte, und ein gut aufgelegter Begleiter, der die Stimmung zunehmend auflockerte: Das Duo „Notios Anemos“ gastierte im Studio des Kulturhauses – und mit zunehmender Bekanntheit der Lieder nahm auch das Publikum deren Melodie auf.

Zuvor hatte Stefan Weippert die meist griechischen Zuhörer begrüßt, aufgefordert, das Kulturhaus „für sich zu entdecken“. Evangelia Kasdanastassis hatte darauf verwiesen, dass diese Veranstaltung zur Förderung der griechischen Sprache und Kultur von den ortsansässigen griechischen Vereinen, dem Kulturhaus und der Integrationsagentur des Diakonischen Werkes getragen werde und ohne die Förderung der Sparkasse Lüdenscheid nicht hätte zustande kommen können.

Was das Duo seinen Zuhörern bot, waren vor allem im ersten Teil des Abends auch unbekanntere Lyrikvertonungen. Einer der beeindruckendsten Texte stammte von Tasos Livaditis, die Vertonung von Mikis Theodorakis, neben Manos Chatzidakis, einer der großen Wegbereiter des „Entechno Laiko Tragoudi“ (volkstümliches Kunstlied). „Ich öffne die Tür in der Nacht“ nannte Livaditis sein an Metaphern reiches Poem, in dem Trauer, Kummer und Schmerz der Menschen zur Tischgemeinschaft führen, der sich Christus anschließt. Meist las Dr. Ioannis Papachristopoulos, der auch in die Thematik des volkstümlichen Kunstliedes einführte, die deutsche Übersetzung zu den Liedern vor. So auch in diesem Fall.

Marianna Sorba nahm sich der untrennbaren Einheit von Musik und Text an, ging mit, durchlebte mit ihrem Publikum Dunkelheit, Bitternis, Gram, Freude, Glück. Als dann inmitten großer dramatischer Aufwallung auch noch Tränen flossen, setzte es mitten im Lied als Ausdruck eigenen Empfindens Beifall der Zuhörer. Sie nahmen dies als Beweis der Authentizität, als Beleg dafür, dass hier nicht nur spielerisch gesungen, sondern auch gelebt wird. Im zweiten Teil des Abends zeigte sich auch die Vorliebe des Duos, ein eigener Weg des Crossover mit Brücken zu lateinamerikanischer wie spanischer Musik. Ein in allen Phasen spannendes Konzert. -  usc

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