Transferstopp verkündet

Noroviren in Flüchtlingsunterkunft am Raithelplatz

+
Da 14 Flüchtlinge in der Unterkunft am Raithelplatz an Brechdurchfall leiden, wurden präventive Maßnahmen eingeleitet.

Lüdenscheid -  In der Flüchtlingsunterkunft am Raithelplatz sind 14 Asylsuchende an Brechdurchfall erkrankt. Bei zwei Bewohnern wurden labordiagnostisch Noroviren festgestellt. Wie bereits berichtet, hat das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises mit sofortiger Wirkung einen Transferstopp verfügt, der mindestens bis zum 29. Dezember gültig ist.

Das bedeutet, dass keine Flüchtlinge aus dieser Unterkunft in eine andere verwiesen werden – egal, ob die Personen erkrankt sind oder nicht. Zudem werden zunächst keine neuen Flüchtlinge in dieser Unterkunft untergebracht.

„Es findet kein Wechsel statt“, verdeutlicht Hendrik Klein, Pressereferent des Märkischen Kreises, und betont, dass die gesunden Flüchtlinge, die keine Symptome wie Durchfall oder Erbrechen haben, die Einrichtung für einen Spaziergang und Ähnliches verlassen dürfen. „Das ist wie in jeder anderen Einrichtung auch, also nichts Außergewöhnliches. Aber dass sich Menschen im Umfeld Sorgen machen, ist verständlich.“

Da die aktuell 147 Flüchtlinge am Raithelplatz in einer Turnhalle leben, ist allerdings keine Isolierung der Patienten möglich. Naturgemäß hätten die Erkrankten aber keine große Lust, herumzulaufen oder lang zu sprechen, erklärt Klein. „Ärzte werden gerufen, wenn es nötig ist. Das geht bis hin zu möglichen Krankenhauseinweisungen.“

Als Schutzmaßnahmen sei Desinfektionsmittel vorhanden und es werde kontrolliert, dass sich alle die Hände desinfizieren. „Außerdem werden sogenannte Kontaktflächen wie Türgriffe und Tische, also alles, was mehrere Leute anfassen, regelmäßig desinfiziert“, erklärt Hendrik Klein.

Obwohl die Kranken nach etwa drei Tage meist wieder genesen sind, sei der Transportstopp auf rund 14 Tage festgelegt worden, weil sich die Menschen untereinander anstecken können und sich die Krankheitstage dann verschieben.

In der Flüchtlingsunterkunft an der Bergstraße in Meinerzhagen ist ein Kind an Windpocken erkrankt. Klein: „Da ist das Glück, dass das eine ehemalige Jugendherberge ist – das Kind ist isoliert.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare