Proteste der Spediteure

Auffahrt Nord wird kurzfristig gesperrt

Straßen-NRW-Vertreter standen Rede und Antwort zu der Sperrung der Autobahnauffahrt Lüdenscheid-Nord, die kurzfristig erfolgt.

Lüdenscheid - Ludger Siebert, Südwestfalen-Leiter von Straßen NRW, hatte am Donnerstag zeitweise einen schweren Stand. Bei der Infoveranstaltung im gut gefüllten Ratssaal zur geplanten Sperrung der Autobahnauffahrt Lüdenscheid-Nord, Fahrtrichtung Dortmund, für Lkw über 7,5 Tonnen kam vieles auf den Tisch, auch Überraschendes.

Dass kurzfristig gesperrt wird, möglicherweise schon kommende Woche, also mehr als ein Jahr vor dem eigentlichen Baubeginn zur Verstärkung der Brücke, führte bei Spediteuren zu Protesten: „Eine Katastrophe!“ Doch Siebert und seine Hammer Kollegen Helmut Poth und Jörg Nippert machten ihren Standpunkt deutlich: „Die Brücke ist jetzt abzulasten, das wissen wir seit März.“ Die Belastung, für die sie gebaut worden sei, habe sich verdreifacht. „Jetzt müssen wir einen Quantensprung machen.“

Der geht nicht ohne Umwege. Wo die durch die Stadt führen, werden Straßen ausgebaut, die die Belastung tragen müssen. Das ist die gute Nachricht. So werde zum Beispiel, kündigte Siebert an, die Straße „Im Grund“ im Sommer als Alternativroute erneuert. Gleichwohl sollen Umwege durch die Stadt oder über Land die Ausnahme bleiben. Zumal bei den Über-Land-Routen unangenehme Überraschungen drohen, die Straßen NRW noch gar nicht auf dem Plan hat: etwa die Sanierung des Bahnübergangs Rummenohl, die Schalksmühles Bürgermeister Jörg Schönenberg ansprach. Und Koordination mit der Bahn, war man sich einig, sei fast unmöglich. Zusätzlich werde die B 229 gesperrt, sagte ein Spediteur: „Der Super-Gau.“

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Ziel von Straßen NRW ist es ohnehin, die Umleitung über die Autobahn zu führen. Das heißt, die Laster sollen in Nord Richtung Frankfurt auffahren und in Mitte oder Süd ab- und in anderer Richtung wieder auffahren. Die Verkehrssituation in Mitte (Ampelschaltung) werde verbessert. Die Nord-Auffahrt lässt sich auch nicht durch eine verkürzte Beschleunigungsspur oder durch technische Regulierung steuern und damit offenhalten: „Die Leistungsfähigkeit der Autobahn würde zusammenbrechen.“

Dass Planungen und Ausschreibungsvorbereitungen Monate dauern, hänge mit der Fülle von Anforderungen zusammen – unter anderem hat „die Haselmaus auf der Ostseite ihr Habitat“. Der sechsstreifige Brückenneubau kommt später. Dann werden auch andere Bauten wie die Brunscheider Brücke in Lüdenscheid-Mitte erneuert.

Bleibe zu hoffen, so Oliver Fröhling (CDU), dass alles „so kurz und knapp wie möglich“ passiere: „Keiner von uns geht so richtig zufrieden raus. Wenn Sie uns versichern, dass die Maßnahme alternativlos ist, nehmen wir das so hin.“ - sum

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