Nochmals massiver Protest gegen Schulschließung

Die Furcht vor einer Abwertung ihres Stadtteils treibt in der Rathmecke und am Dickenberg viele um, unter anderen auch den Verein TuRa Eggenscheid, von dem am Dienstagabend auch einige im Gemeindezentrum vertreten waren.

LÜDENSCHEID ▪ Es war wohl ein letztes Aufbäumen am Dienstagabend im evangelischen Gemeindezentrum Rathmecke-Dickenberg, aber es war noch einmal massiv und engagiert: Rund 70 Bürger aus den Stadtteilen Rathmecke/Dickenberg, aber auch Gevelndorf warben für den Erhalt der Hermann-Gmeiner-Grundschule. Bürgermeister Dieter Dzewas hielt dagegen.

Dabei machte er allen Beteiligten keine Hoffnung, der im Schulausschuss gefasste Beschluss zur Schließung der Schule könnte noch einmal kippen. Die Statistik sage aus, dass es in den nächsten Jahren aufgrund der rückläufigen Geburtenrate nur einen Jahrgang an der Schule geben werde. Auf dieser Grundlage sei die Schule auf Dauer nicht zu halten. Außerdem, und dies war Dzewas‘ wichtigstes Argument, müsse die Stadt sparen: „Die Stadt ist im Nothaushalt. Unser strukturelles Defizit beträgt 20 Millionen Euro. 150 Millionen Euro Einnahmen stehen 170 Millionen Ausgaben gegenüber. Wir sind erst am Anfang der Spardiskussion. Da kann es keine Tabus mehr geben“, betonte er. Mit der Schließung der Schule spare die Stadt 70 000 Euro ein.

Gerade diese Summe sorgte für Unmut. Das sei doch gegenüber 20 Millionen Euro ein verschwindend geringer Betrag, hieß es. „Ist es das Wert, deshalb einen ganzen Stadtteil fallen zu lassen“, fragte Jochen Marin, Vorsitzender von TuRa Eggenscheid und brachte damit die Befürchtungen aller Kritiker auf den Punkt. Sei die Schule erst einmal geschlossen, gingen auch junge Leute weg und der Stadtteil verliere damit für Familien an Attraktivität. Gerade ältere Bewohner, die in der Rathmecke oder am Dickenberg aufgewachsen waren, beklagten gestern Abend die traurige Entwicklung, die in der beabsichtigten Schließung der Grundschule ihren vorläufigen Höhepunkt finde. „Wir sind ganz schön sauer“, beschwerte sich Hermann Felske direkt beim Bürgermeister.

Beklagt wurde zudem, dass bei der Entscheidung im Schulausschuss nicht alle Fakten auf dem Tisch gelegen hätten. Das müsse zur Ratssitzung nachgeholt werden. Dazu gehört auch, dass laut Frank Kuschmirtz, Leiter des Amtes für Zentrale Gebäudwirtschaft (ZGW), die Erneuerung der Turnhallen-Verglasung wegen der Schließung der Schule zurückgestellt wurde. Denn auch um die Turnhalle bangen viele. Dieter Dzewas betonte allerdings, dass es kurzfristig keine Schließung geben werde.

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