Nur noch fünf Kampfhunde in Lüdenscheid gemeldet

Pflegerin Sara Roggensack mit Staffordshire-Terrier „Lasko“, der im Tierheim Dornbusch auf neue Besitzer wartet.

LÜDENSCHEID - Unter den 3300 gemeldeten Hunden in Lüdenscheid gibt es aktuell nur noch fünf Kampfhunde. Das bestätigte jetzt Kämmereileiter Sven Haarhaus.

Vor zehn Jahren war noch die vierfache Anzahl gefährlicher Hunde im Rathaus angemeldet, wobei man damals noch von einer hohen Dunkelziffer ausging. Seit 2002 aber gilt das Hundegesetz NRW, das die Haltung gefährlicher Hunde durch Sondervorschriften wie den Maulkorbzwang unbequem und obendrein teuer macht. Ob der Rückgang der Zahl als gefährlich eingestufter Tiere in Lüdenscheid nur darauf zurückzuführen ist, erscheint indes fraglich. Auch Sven Haarhaus geht davon aus, dass viele Halter mit Verhaltensprüfungen für ihre Tiere nachgewiesen haben, dass diese nicht gefährlicher sind als andere Hunde. Dann werden auch als „wesensfest“ geltende Pitbulls besteuert wie Pinscher: mit 85,20 Euro im Jahr. Wer einen Zweithund hält, zahlt in Lüdenscheid übrigens 102 Euro pro Tier, bei dreien will die Stadt 120 Euro pro Kopf sehen.

Die Kampfhundesteuer von je 613,20 Euro im Jahr ist inzwischen nur noch für die fünf verbliebenen Tiere fällig, deren Rassen als besonders stark und angriffslustig gelten und die keine Verhaltensprüfung absolviert haben.

Im Tierheim Dornbusch sind derzeit weitere fünf als gefährlich geltende Hunde untergebracht. Laut Manfred Hardy, dem Vorsitzenden des Tierschutzvereins, sind das zwei Staffordshire-Terrier, zwei Rottweiler und ein Hovawart, wobei letzterer nicht wegen der Rasse, sondern verhaltensbedingt als problematisch gilt.

„In Spitzenzeiten nach der Einführung des NRW-Kampfhundegesetzes hatten wir allein 16 Staffs“, erinnert sich Hardy. Diese Hunde konnten aber in andere Bundesländer vermittelt werden, wo weniger strenge Regelungen für ihre Haltung gelten. „Noch in der letzten Woche holte sich ein Halter einen Hund nach Rheinland-Pfalz.“ Für Staffordshire-Terrier gibt es in Hannover eigens einen Verein, der sich ihre Vermittlung aus Heimen zum Ziel gesetzt hat. Einen der Dornbusch-Staffs will dieser Verein laut Hardy in Kürze abholen.

Der Lüdenscheider Verein sei durchaus dafür gewesen, dass die wilde Zucht eingedämmt wurde, betont Hardy. Man hätte sich nur eine tierfreundlichere Lösung durch die damals zuständige Landesministerin Bärbel Höhn gewünscht. „So aber saßen die abgegebenen Hunde in NRW in Tierheimen ein, ohne eine Chance auf Vermittlung an Besucher zu haben.“

Weil die Zucht gefährlicher Rassen in Deutschland verboten ist, dürfte nichts mehr nachkommen, sagte Hardy. Allerdings habe er kürzlich in Dortmund einen kupierten Kampfhund gesehen. „Die kommen aus dem Ausland, oft aus Belgien oder Polen.“

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