Stadtpark

Waldbühnen-Event auf der Kippe: Gibt es genügend Techniker?

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Die Waldbühne im Stadtpark: Um hier zu spielen, bedarf es einer Menge Technik.

Lüdenscheid - Zu den Höhepunkten der Theater-Spielzeit gehört in jedem Jahr der Auftritt des N.N.-Theaters Neue Volksbühne Köln. Die Kölner Schauspieler kommen gern nach Lüdenscheid und spielen am liebsten unter freiem Himmel. Ob das allerdings in diesem Juni so sein wird, hängt nicht nur vom Wetter ab. Gezeigt wird auf jeden Fall am 28. und 29. Juni „Das kalte Herz“, das Kernstück des Almanachs „Das Wirtshaus im Spessart“ von Wilhelm Hauff.

Die Lüdenscheider kommen zu Hunderten mit Sitzkissen und Picknickkorb, wenn sich auf der Waldbühne der symbolische Vorhang hebt. Im vergangenen Jahr, als die Kölner Volksbühne mit „20 000 Meilen unter dem Meer“ brillierte, musste man sich als Zuschauer nicht einmal mehr mit Selbstgemachtem und Mitgebrachtem begnügen. 

In der Pause befeuerte die Metzgerei Geier den Bratwurstgrill, man schenkte Getränke aus, und Hunderte verlebten einen rundum schönen Abend. Ob allerdings auf der Waldbühne in diesem Sommer überhaupt gespielt werden kann, ist noch unklar. Immerhin gilt es, jede Menge Technik in den Stadtpark zu transportieren. Mit Blick auf die überschaubare Anzahl an Technikern innerhalb des Kulturhaus-Teams – wir berichteten bereits – kann Kulturhausleiterin Rebecca Egeling noch nicht sagen, ob selbst bei schönem Wetter Ende des Monats genügend Personal zur Verfügung steht, um die Waldbühne zu bespielen.

„Parkbühne“ 

Mit dem Bau der historischen „Parkbühne“ wurde schon im Frühjahr 1934 begonnen. Nach zweijähriger Bauzeit erfolgte die Einweihung am 12. Juli 1936 mit William Shakespeares Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“ mit einer Aufführung des Städtebundtheaters Neuss. In den folgenden Jahren fanden hier zahlreiche Aufführungen und Feiern statt. Aber schon damals ging’s den Akteuren wie heute: Regen machte viele Pläne zunichte. Bis ins Jahr 1954 gab es sogar einen eigenen Haushaltsposten für die „Instandhaltung der Parkbühne“.

Das N.N.-Theater aus Köln plant "Das kalte Herz" für die Waldbühne. 

Mehr als 60 Jahre ist das nun her, ersetzt wurde der Posten nicht. Im April 2004, als nur noch Eingeweihte die Reste der Bühne erkennen konnten, suchte Gerfried Giebel für sein Rotary-Präsidentenjahr ein Gemeindienstprojekt. Gemeinsam mit dem damaligen Kulturhausleiter Stefan Weippert machte man sich ans Werk, die Bühne wieder frei zu legen und herzurichten. In Zusammenarbeit mit dem Rotary Club Lüdenscheid-Mark und vielen fleißigen Helfern wurde ein Gemeinschaftsprojekt daraus: Bäume fällen, Stufen begradigen, Rasen säen. Die Sitzbänke wurden von den Schülern des Berufskollegs für Technik erstellt.

Das Ziel

Das Ziel war, Tribüne und Bühne möglichst harmonisch an die Umgebung im Stadtpark anzupassen. Die (Wieder-)Einweihung fand am 8. September im Rahmen des Lüdenscheider Kultursommers statt. Wer sonst, als das N.N. Theater spielte eine ganz eigene Inszenierung von William Shakespeares „Sommernachtstraum“. Das Projekt „Waldbühne“ der Rotarier erstreckte sich über mehrere Jahre. Schüler des Berufskollegs für Technik Lüdenscheid stützten Stufen der Waldbühne mit Brettern ab. Auch der Bau eines mobilen Umkleide- bzw. Regiehäuschen wurde umgesetzt. Der Waldbühnen-Verein, der sich viele Jahre um die Pflege der Waldbühne liebevoll gekümmert hat, löste sich zu Jahresbeginn auf.

Rappelvoll war's auf den provisorischen Bänken im Stadtpark.

Seitdem ruht die Pflege auf mehreren Schultern. Zu den vorrangigen Aufgaben des STL gehört die Grünpflege nicht, aber dennoch bemühen sich die Mitarbeiter im Vorfeld von Veranstaltungen darum, dass die Waldbühne im Glanz erstrahlt. „Aus finanziellen Gründen kann aber nur das Notwendigste gemacht werden“, heißt es seitens der Stadt. Die Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit Kulturhausleiterin Rebecca Egeling: „Das ist ein kooperatives Miteinander mit dem STL und der Agenda Stadtpark. Und dafür bin ich dankbar“, sagt sie.

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