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(Nicht) maskenlos in der Klasse 

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Von: Kerstin Zacharias

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Viele der Neuntklässler am BGL behielten die Masken am Dienstag noch auf.
Auch wenn die Maskenpflicht am Sitzplatz aufgehoben ist, behalten derzeit noch viele Schüler den Mund-Nasen-Schutz auf. Andere atmen zumindest zeitweise mal durch. © Kerstin Zacharias

Seit dieser Woche hat die NRW-Landesregierung die Maskenpflicht für Schüler am Sitzplatz aufgehoben, doch längst nicht alle machen von diesem Angebot Gebrauch.

Lüdenscheid - Die einen haben es in ihrer Schullaufbahn noch gar nicht anders erlebt, die anderen sich mittlerweile daran gewöhnt: Mit Beginn der Pandemie ist ein Mund-Nasen-Schutz zum ständigen Begleiter geworden – auch in der Schule.

Seit Dienstag hat die NRW-Landesregierung einen weiteren Schritt in Richtung Normalität ermöglicht und die Maskenpflicht für Schüler am Sitzplatz aufgehoben. Doch längst nicht jeder nimmt dieses Angebot auch wahr, wie sich am ersten Tag der Neu-Regelung zeigte. Zum Beispiel am Bergstadt-Gymnasium.

Schülersprecherin Zeyneb Akhabach war zuletzt in allen Jahrgangsstufen unterwegs, um ein Stimmungsbild der Schülerschaft einzufangen – und selbst überrascht über das Ergebnis: „Auffällig war, dass in den unteren Klassen die Mehrheit die Masken absetzen möchte“, sagt die 15-Jährige. Vor allem die Fünftklässler hätten darauf verwiesen, dass sie die Gesichter ihrer Mitschüler gar nicht richtig kennen, nur über die Augen oder die Sprache. „Das hat mich schon etwas erschreckt.“

Ein ausgeglichenes Meinungsbild zur Maskenpflicht herrsche dagegen in der Mittelstufe. „Viele haben sich einfach daran gewöhnt, andere sind mittlerweile schon geimpft und sehen ein geringeres Risiko“, verweist sie zudem auf die Testungen, die derzeit dreimal in der Woche an den Schulen durchgeführt werden.

Anders sehe es hingegen in der Oberstufe aus. „Hier möchte die Mehrheit die Masken eher auflassen – und das hat sich auch heute Morgen bestätigt“, beschreibt Zeyneb Akhabach die Situation am Dienstagmorgen. „In meinem ersten Kurs hatten alle die Masken auf.“

Nach Ende der Maskenpflicht gelten neue Quarantäne-Regeln

Und dies habe verschiedene Gründe – unter anderem die neuen Quarantäne-Regeln. Während zuletzt meist niemand mehr in Quarantäne musste, wenn es einen bestätigten Fall gab, könnten die unmittelbaren Sitznachbarn nun wieder betroffen sein. „Und das ist etwas, was viele Mitschüler abwägen, weil sie keinen Unterricht verpassen oder Klausuren nachschreiben möchten.“

Für die Lehrer bedeutet das zugleich: Es werden nun wieder Sitzpläne geführt. Im Hinblick auf schriftliche Arbeiten seien jedoch viele froh, die Masken zumindest auch zeitweise absetzen zu können.

Viele halten den Zeitpunkt der Neu-Regelung für unpassend

Nicht unumstritten sei auch unter den Schülern der Zeitpunkt der neuen Regelung: In Zeiten der Grippewelle, steigender Corona-Infektionszahlen und der kalten Jahreszeit mit Blick auf das Lüften hätten es viele Mitschüler verstanden, wenn das Ende der Maskenpflicht noch einmal verschoben worden wäre.

„Ich persönlich halte den Zeitpunkt ebenfalls für ungünstig und unpassend“, macht Zeyneb Akhabach deutlich. „Natürlich ist das eine Maßnahme, die man treffen kann - aber nicht unbedingt jetzt.“

Einen etwas anderen Standpunkt vertritt Anna Plöhn, Schülersprecherin an der Adolf Reichwein Gesamtschule. „Mit meinen Freundinnen habe ich heute ganz bewusst auf die Maske verzichtet. Wir waren neugierig, wie sich das nach fast zwei Jahren anfühlt.“ Ihr Fazit: „Es war wirklich ungewohnt. Man hat sich viel mehr auf die eigene Mimik konzentriert. Unter der Maske spielte es keine Rolle, ob man lächelt oder eine Grimasse zieht.“

Doch auch die 17-jährige Plöhn beobachtete ein durchaus zögerliches Stimmungsbild an ihrer Schule. „Die meisten Schüler haben die Masken aufbehalten. Von einer Lehrerin habe ich erfahren, dass sich die jüngeren Schüler sogar ohne Maske geschämt haben. Sie kennen sich nicht anders.“

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