Neue Baguetteria am Kluser Platz

Mutig in Corona-Zeiten: Baguetteria in Lüdenscheid läuft gut an

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Bruder und Schwester als gutes Team: Rosa und Michele Rago vor der Theke der neuen Baguetteria Pronto.

Wenn der erste Lockdown-Tag und der Tag der Neueröffnung eines kleines Restaurants am Kluser Platz auf einen Tag fallen, dann ist das schon etwas Besonderes. Ein Blick in die neue Baguetteria.

Lüdenscheid - Geplant war es natürlich nicht, dass der erste Tag des neuerlichen Lockdowns für die Gastronomie und die Neueröffnung der Baguetteria Pronto am Kluser Platz am vergangenen Montag auf einen Tag fielen. Der Tag der Eröffnung stand schließlich schon länger fest, als sich die Politik zum neuerlichen Herunterfahren des gastronomischen Lebens entschied. 

Gleichwohl rückte dieser Zufall den gastronomischen Neuzugang im Lüdenscheider Stadtleben in ein besonderes Licht. Die Botschaft: Die trauen sich aber was in dieser Zeit! 

Michele Rago sieht das gelassen, er hat sich den Mut vom Lockdown nicht nehmen lassen – bis jetzt zurecht. Am ersten Tag hielt er 80 Baguettes bereit. Bis 21 Uhr hat die Baguetteria geöffnet, um 19 Uhr waren alle Baguettes ausverkauft. Inzwischen lässt Rago 150 Baguettes täglich frisch backen vom benachbarten Asya-Bäcker, mit dem Rago im Vorfeld ein spezielles Baguettebrot entwickelt hat. Und auch an den Folgetagen hielt er am Abend nichts übrig – die Bestellungen für daheim liefen glänzend an. 

Neue Baguetteria an der Kluse läuft gut an

„Wir machen alles frisch – die Baguettes werden täglich gebacken, die Saucen machen wir auch selbst“, sagt Michele Rago, „und wenn dann alles weg ist, dann gibt es halt nur noch Salat oder Crepes, die gehen immer…“ Oder es gibt eben nebenan eine Pizza. Die Pizzeria Pronto ist Ragos erstes Standbein, die Baguetteria nun das zweite. Zwei Eckhäuser an der Kluse, getrennt nur durch die Straße Am Reckenstück. 

Über Jahrzehnte hatte Lothar Haas in den Räumlichkeiten der neuen Baguetteria seinen Lotto-Toto-Laden mit den vielen Zeitungen und Zeitschriften. Generationen von Schülern, die am Kluser Platz ausstiegen, besuchten ihn auf dem Weg in Richtung Bergstadt-Gymnasium Tag für Tag. Lang ist’s her. Der Lotto-Toto-Laden, der längst einen neuen Inhaber hat, hat nun die Straßenseite gewechselt. Vormieter von Ragos Baguetteria war ein Bäcker, der aber nicht reüssierte. Seit eineinhalb Jahren stand das Ladenlokal nun leer. 

Pizzeria Pronto seit Jahren eine Institution am Platz

„Ich hatte schon länger den Gedanken, eine Baguetteria zu eröffnen“, sagt Michele Rago. Der 35-jährige Italiener hat vor 17 Jahren auf der Hochstraße mit einer Baguetteria angefangen. Ein Jahr später hatte er die Chance, die Pizzeria Pronto an der Kluse zu übernehmen. Die läuft seitdem zuverlässig gut. Mit seinem Bruder Giuseppe (33) hat Rago die Pizzeria zur Institution am Platz gemacht. 

Dass nun der richtige Zeitpunkt fürs zweite Standbein gekommen war, hängt auch mit der Corona-Krise zusammen. Michele Ragos Schwester Rosa (30) hatte durch die Pandemie im Sommer ihren Arbeitsplatz verloren. So haben die Ragos nun das Ladenlokal einladend hell renoviert – und Rosa Rago schmeißt nun den zweiten Pronto-Laden am Platz, natürlich erst einmal noch mit Hilfe des in der Gastronomie erfahrenen Michele. Der Start jedenfalls ist geglückt. 

„Eigentlich könnten wir 16 bis 20 Plätze stellen“, sagt Michele Rago und blickt aufs kleine, geschmackvoll eingerichtete Lokal mit den Hochtischen und den hohen Hockern, in dem ein großer Fernseher unter Decke hängt, „aber durch die Abstandsregeln sind es im Moment nur zwölf.“ Im Moment darf indes natürlich noch niemand im Lokal essen, in dem das Pronto-Erkennungsmerkmal – der grüne Mann mit dem großen Hut, der ein bisschen an ein aus der Form geratenes Ampelmännchen erinnert, die Theke ziert. Aber irgendwann nach dem Lockdown, und noch später dann vielleicht sogar ohne die großen Abstände. Bis dahin bringen die Ragos die Baguettes und Crepes und Salate eben zum Kunden nach Hause. Vom Lockdown lassen sie sich den Mut nicht rauben.

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