Neustart aus der Arbeitslosigkeit mit 40

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Die Ausbildung am Fachseminar für Altenpflege an der Bonhoefferstraße bietet Perspektiven für die Zukunft. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Trotz der offiziellen Verlautbarungen zum Aufschwung – die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist für viele Menschen kritisch. Doch kämpfen kann sich lohnen. Das zeigt das Beispiel von Solveig Schoeps und Bianka Grastadt.

Beide nehmen derzeit an einer Umschulungsmaßnahme der Agentur für Arbeit teil und werden im Sommer voraussichtlich examinierte Altenpflegerinnen sein. Mit Mitte 40 dürften sie dann wieder günstige Berufsaussichten haben.

Rückblende. 2009 sah es für beide Frauen beruflich nicht eben rosig aus. Solveig Schoeps war damals gerade von ihrem Arbeitgeber entlassen worden – nach 17 Jahren in der Produktion. Die Firma wollte sparen. Und auch für Bianka Grastadt gab es in ihrem Job in der Autoindustrie keine wirkliche Perspektive. „Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon viel Wut im Bauch“, sagt Solveig Schoeps.

Die aber wandelte sie rasch in positive Energie um. Nach nur drei Wochen Arbeitslosigkeit entschied sie sich ebenso wie Bianka Grastadt für eine von der Arbeitsagentur angebotene, dreijährige Umschulungsmaßnahme. Dass die Wahl dabei auf die Altenpflege fiel, war kein Zufall. Dazu Reinhard Korte, Leiter der Lüdenscheider Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit, mit Blick auf die Altersstruktur der Gesellschaft: „Der Pflegesektor wächst, dort werden auch künftig viele Fachkräfte gebraucht.“

Angesichts solcher Prognosen gerät manchmal aus dem Blick, dass Arbeitszeiten und Bezahlung in der Branche mitunter als problematisch gelten. Das Brutto-Einstiegsgehalt liegt bei 2100 Euro. Dazu kommen aber noch Schichtzulagen.

Wie auch immer, ihre Ausbildung am Fachseminar für Altenpflege des Evangelischen Perthes-Werkes an der Bonhoefferstraße gefällt Schoeps und Grastadt. Sie sind mit Eifer bei der Sache. „Man erlebt oft, dass etwas ältere Teilnehmerinnen besonders engagiert sind“, weiß Edeltraud von der Höh als Leiterin des Fachseminars. Und Bianka Grastadt sagt: „Ich habe das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun.“- dt

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