Neun Schwestern, 666 Jahre: der Teckemeier-Clan

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Fidel wie eh und je: Zum Geburtstag von Inge Eick (4.v.r.) kamen deren acht ältere Schwestern, um zu feiern und – wie alle zwei Wochen – fröhlich zu klönen.

Lüdenscheid - Unzertrennlich sind sie immer schon gewesen – und jetzt im Rentenalter sind sie’s immer noch. Am Rosenmontag trafen sich die neun Schwestern mal wieder, um zu klönen, wie sie es alle 14 Tage tun. Diesmal aber gab es sogar einen feierlichen Anlass.

Von Olaf Moos

Inge Eick, als Jüngste das „Küken“ der neun Teckemeyer-Geschwister, wurde 66 Jahre alt. Und damit sind die Töchter des in Lüdenscheid wohl einzigartigen Clans zusammen 666 Jahre alt.

Die Töchter von Emmi und Willi Teckemeier, sie natürlich Hausfrau, er ein Bauschlosser, wuchsen im damaligen Ludwigshof auf. Das war ein Karree abseits der Ludwigstraße, nahe der Innenstadt und doch grün. Hier hielten sich die Menschen Nutztiere, pflegten die Nachbarschaft, genossen den Zusammenhalt und überstanden magere Zeiten gemeinsam. Der Vater, heißt es, habe geweint, „wenn’s dann schon wieder ein Mädchen war“. Der Ludwigshof war fest in Frauenhand.

Die Tradition aufrechtzuerhalten, sich regelmäßig zu versammeln und auszutauschen, das war für die neun Frauen keine riesige Herausforderung. Denn auch wenn sie sich – wie es in den besten Familien vorkommt – mal gezankt haben, so haben sie sich stets auch schnell wieder vertragen. Und keine der Schwestern hat Lüdenscheid den Rücken gekehrt. Sie wurden erwachsen, heirateten, bekamen Kinder, arbeiteten – hatten aber stets kurze Wege zueinander und immer reichlich miteinander zu besprechen.

Jahrzehnte lang dienten die Treffen auch dazu, alle zwei Wochen gemeinsam die Mutter zu besuchen. Seit ihrem Tod, sagt die älteste Schwester, Erika, „besuchen wir uns gegenseitig reihum“. Dabei stehen sie auch in schweren Tagen zusammen, helfen sich mit Rat und Tat und trocknen einander ihre Tränen geschwisterlich. Drei ihrer Männer leben noch.

Zu Inges Geburtstag aber ging es am Montag am Oberen Worthhagen wieder hoch her. Nach dem üppigen Frühstück durfte es ruhig ein Gläschen Sekt zu den frischen Spritzgebäck-Sechsern sein. Alte Fotos und Zeitungsausschnitte machten die Runde. und so manches Döneken.

Und vor dem Nachzählen ihrer Lebensjahre sind die fidelen Schwestern auch nicht bange: Inge Eick (66), Marianne Lawo (67), Karin Kleinsorge (69), Ursula Dienert (71), Renate Schulte (74), Brigitte Ramke (76), Ruth Hossfeld (78), Helga Huppertz (80) und Erika Heye (85) – allesamt geborene Teckemeyers, die Dynastie vom alten Ludwigshof, seit gestern zusammen 666 Jahre alt.

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