K. T. Neumann ist in Berlin gestorben

Der Künstler K. T. Neumann ist gestorben.

LÜDENSCHEID - Für den Metallplastiker K. T. Neumann war der 7. September 2010 ein bewegender Tag. In seiner Wohnung in Berlin-Tiergarten nahm er aus den Händen Lüdenscheider Politiker die Ehrenplakette und Urkunde der Stadt Lüdenscheid entgegen – als Dank und Anerkennung seiner Heimatstadt, um deren Wohl und Ansehen er sich in seiner künstlerischen Phase verdient gemacht hatte. Am Sonntag verstarb der Metallplastiker im Alter von 93 Jahren in Berlin.

Kurt Toni Neumann hat (nicht nur) in Lüdenscheid künstlerische Spuren hinterlassen. Private, aber auch Aufträge der öffentlichen Hand waren sein Geschäft. Ein Gang durch die Stadt ist nicht möglich, ohne einem Kunstwerk Neumanns zu begegnen. 1965 gestaltete er die Türen des Ratssaales im Neuen Rathaus mit Metallreliefs zur Stadtgeschichte, in den 70er-Jahren folgte der Brunnen auf dem Sternplatz, in den 80ern der Brunnen im Schatten der Stadtbücherei auf dem Graf-Engelbert-Platz.

Geboren wurde Neumann am 14. Mai 1919 in Jarotschin im Kreis Posen. Nach der Übertragung der Provinz Posens an den polnischen Staat siedelten die Neumanns in seiner frühen Kindheit nach Goldberg in Schlesien um. Neumann folgte beruflich seinem Vater Bruno und wurde Schlosser, studierte an der Technischen Hochschule Breslau und an der Schule für angewandte Kunst. Eine Verletzung am Arm beendete seinen Kriegsdienst. Er heiratete seine Frau Olga Edith, über deren Heimatstadt Hagen er 1945 nach Lüdenscheid kam. Nach seinen langen Schaffensperioden siedelte Neumann 1999 mit seiner Frau nach Berlin über.

Auch auf privater Basis fertigte der Metallplastiker viele Gewerbeschilder an, die noch heute in der Altstadt zu sehen sind, zum Beispiel das Abbild der Wirtin Hulda Brüninghaus an der nach ihr benannten Gaststätte am Sternplatz. Am liebsten waren ihm die realistischen Darstellungen von Figuren der Lüdenscheider Stadtgeschichte. Dort brachte der Künstler so manches Mal augenzwinkernd seinen Humor mit ein.

Auch im hohen Alter behielt K. T. Neumann seine Liebe zur Kunst bei. In seiner Wahlheimat Berlin wirkte er an einem der beliebtesten Fotomotive für Touristen aus aller Welt mit: der Quadriga auf dem Brandenburger Tor, deren Kupferplastik beschädigt war. Hilfreich stand der Künstler den Technikern bei der Reparatur im Jahr 1989 mit seinem reichen Erfahrungsschatz zur Seite.

K.T. Neumann wird am Montag, 11. Juni, im Familienkreis beigesetzt.

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