Neujahrsempfang der Lüdenscheider SPD

+
Etwas weniger Mitglieder des SPD-Stadtverbands als gewöhnlich war gestern zum Neujahrsempfang ihrer Partei ins Bürgerhaus Lenneteich – Karin Hertes machte unter anderem das Winterwetter dafür verantwortlich.

Lüdenscheid - „Das ist für mich einfach ekelerregend und unerträglich für uns alle.“ Gordan Dudas, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes, hielt angesichts der Ereignisse der Silvesternacht in Köln eine nach eigenem Bekunden „etwas andere“ Neujahrsansprache. Am Sonntagvormittag trafen sich die Genossen zum Neujahrsempfang ihrer Partei im Bürgerhaus Lenneteich.

Dudas lenkte den Blick auf die Opfer der Übergriffe in Köln: „Ich als Mann kann mir gar nicht vorstellen, wie das ist, wenn man angepackt, bestohlen und im schlimmsten Fall vergewaltigt wird.“ Er sprach von einem „Tiefpunkt unseres Rechtsstaats, der sich nicht wiederholen darf.“ Es müsse klar gesagt werden, dass „die, die unsere Werte nicht achten, nicht willkommen sind.“ Aber diese Werte würden nur von einem Teil der Flüchtling missachtet, aber genauso auch von Menschen, „die hier geboren und aufgewachsen sind.“ 

Deshalb warnte Dudas davor, pauschal alle Menschen, die ins Land kommen, für das, was in Köln passiert ist, verantwortlich zu machen: „Wir als Sozialdemokraten dürfen uns dieser Hetze nicht hingeben“. Vielmehr sei eine sachliche Diskussion nötig. Grundsätzlich forderte er, die SPD müsse Antworten geben auf die Probleme, die es in Europa und in Deutschland gebe – und in Lüdenscheid. Der SPD-Stadtverband werde sich damit befassen, „wie die Menschen in dieser Stadt miteinander leben können und sollen und wie das Leben in der Stadt mit den neuen Mitbürgern gestaltet werden kann.“ Dazu sollen Ideen und Konzepte erarbeitet werden. „Auch in Lüdenscheid gibt es Bedenken, die seit den Ereignissen in Köln offen angesprochen werden.“

Bürgermeister Dieter Dzewas fasste sich kurz. Er teilte erfreut mit, dass Lüdenscheid wieder wachse – im vergangenen Jahr seien rund 700 Kinder geboren worden. Das bedeute aber längerfristig mehr Kitaplätze und eine neue Schulbedarfsplanung. In Richtung der Abgeordneten sagte er: „Dafür brauchen wir eure Hilfe.“ Es könne nicht angehen, „noch tiefer in die Tasche der Bürger zu greifen“ 

Damit war Dzewas bei den bevorstehenden Haushaltsplanberatungen: „Ich hoffe, dass wir die Herausforderung schaffen“, sagte er und verteidigte einmal mehr die vorgeschlagenen Steuererhöhungen. Aber er sah auch Bund und Land in der Pflicht, die Situation zu verbessern: Im Gegensatz zu Berlin, Düsseldorf oder Brüssel seien „wir als Stadt keine abstrakte Ebene. Hier leben die Menschen. Hier brauchen wir das Moos.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare