Johanniter: Dank an Helfer in allen Notlagen

Landesvorstand Hans von Tiesenhausen (rechts) verlieh Silke Förster und Jens-Oliver Branscheid die Verdienst-Medaille.

Lüdenscheid - Es ging um die Situation von Flüchtlingen. Um Menschen in Not. Um kranke Menschen. Um Menschen, die Hilfe brauchen. Und so stand der Neujahrsempfang des Landesverbandes NRW der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) im Zeichen der sozialen und humanitären Verantwortung. Im Anschluss an einen Gottesdienst in der Erlöserkirche fand der Festakt am Samstag im Kulturhaus statt.

Landesvorstand Hans von Tiesenhausen blickte auf ein für ihn bewegendes Jahr 2014 zurück und dankte den Johannitern für ihr Engagement. In NRW arbeiten rund 10 000 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, in Südwestfalen sind es knapp 600. Seit September brächten die Johanniter ihre Kompetenzen bei der Einrichtung von Notunterkünften für Flüchtlinge ein. An vielen Orten mussten diese eingerichtet und betrieben werden, um Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, unterzubringen. „Unsere Helfer haben die Zimmer eingerichtet, Sanitätsdienste und Materialausgaben organisiert, die Logistik und Kommunikation aufgebaut und dabei immer auch ein offenes Ohr für die Anliegen der Flüchtlinge gehabt“, schilderte von Tiesenhausen. Ende 2014 hätten die Johanniter in Bochum, Dortmund, Oerlinghausen und in Rüthen 1000 Menschen betreut, darunter ein Drittel Minderjähriger. Auch lobte der Landesvorstand die gute Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen sowie kirchlichen Trägern.

Hans von Tiesenhausen nutzte den offiziellen Rahmen, um zwei Menschen ganz besonders zu danken: Er überraschte Silke Förster aus Wiehl und Jens-Oliver Branscheid aus Breckerfeld und verlieh ihnen die Verdienst-Medaille des Landesvorstandes NRW - die höchste zu vergebene Auszeichnung. „Personen ihres Kalibers prägen unsere Johanniter-Unfall-Hilfe“, sagte er. Jens-Oliver Branscheid, der in Lüdenscheid arbeitet, gehört seit vielen Jahren zur JHU und bildete sich stets medizinisch, technisch, aber auch auch im Bereich der Notfallseelsorge weiter. So sei es ihm immer wichtig, Notleidenden auch kompetenten Trost spenden zu können. Silke Förster leitet die Rettungshundestaffel, bildete sich stets auch in anderen Bereichen fort und warb mit einer großen PR-Aktion viele neue Mitglieder.

"Flüchtlinge gerechter verteilen"

Dem allgemeinen Lob schloss sich auch Landrat Thomas Gemke an. „Wir brauchen ein starkes Ehrenamt. Danke, dass Sie es immer wieder schaffen, junge Leute zu motivieren.“ Auch er bezog Stellung zum Thema „Flüchtlinge“ und appellierte, dass diese künftig „etwas gerechter verteilt werden“. Bürgermeister Dieter Dzewas nutzte den Neujahrsempfang, um den Johannitern im allgemeinen zu danken, aber auch ihren Mut zu honorieren, stets neue Felder anzupacken. Sei es die Tagespflege oder die U-3-Betreuung. „Selbst wenn die Finanzierung der geplanten Projekte noch nicht zu 100 Prozent gesichert ist, wagen sie Neues.“

Auf den vielfältigen Aufgabenbereich der Johanniter ging auch Michael Scheffler, Landtagsabgeordneter und sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW, ein: Dass sie sechs Kindertagesstätten betreiben und somit dazu beitragen, „kein Kind zurückzulassen“. Er nannte die Traurgruppe „Muschel“ als ein Beispiel für die gute soziale Arbeit, die der Regionalverband in Südwestfalen anbietet. Auch die Hospizdienste seien von unermesslicher Wichtigkeit. Allgemein stünden die Johanniter für zuverlässigen Schutz, Hilfe, Sicherheit und Menschlichkeit - auch im Angesicht der schlimmsten Lebenslagen oder Katastrophen.

Beschämendes Bild vom deutschen Umgang mit Gewaltopfern

Auch Scheffler rückte die Situation der Flüchtlinge in den Fokus: „Wir müssen uns vorwerfen, nicht immer menschenwürdig mit ihnen umzugehen. Die Berichte von demütigenden, folterähnlichen Vorfällen in deutschen Asylbewerberunterkünften haben ein erschreckendes und unendlich beschämendes Bild vom deutschen Umgang mit den Opfern von Gewaltherrschaft gezeichnet.“ - lima

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