1. come-on.de
  2. Lüdenscheid

Neues Quartier in Lüdenscheid: Mehr Wohnraum trotz sinkender Bevölkerungszahl

Erstellt:

Von: Monika Salzmann

Kommentare

Quartier Wiesenstraße lüdenscheid
Rund 200 Wohnungen, eine Reha-Klinik und eine Pflegefachschule, eine Seniorenwohneinrichtung, ein Kinderspielplatz sowie Fußwegeverbindungen durchs Quartier sollen dort auf größtenteils bereits brachliegenden Industrieflächen entstehen. © Stadt Lüdenscheid

Großen Redebedarf hatten Anwohner und interessierte Besucher am Dienstag bei einer Informationsveranstaltung im Kulturhaus zum Thema Wiesenstraße, wo auf größtenteils bereits aufgegebenen Gewerbeflächen ein neues Wohnquartier mit rund 200 Wohnungen, Kinderspielplatz, einer Rehabilitationsklinik und Pflegefachschule sowie einer Seniorenwohneinrichtung entstehen soll.

Lüdenscheid - Viel Positives, aber auch deutliche Kritik und Sorgen waren seitens der Anwohner zu hören, deren Fragen sich unter anderem auf ein erhöhtes Verkehrsaufkommen an der Kluse durch das neue Wohnquartier, Lärmschutzmaßnahmen in den neuen Wohnungen, die in unmittelbarer Nähe der neuen Feuerwache entstehen, Parkraum und die energetische Versorgung bezogen.

Seitens der Stadt stellten Martin Bärwolf, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, und Rolf Mielke (Fachdienst Bauleitplanung und Städtebau) den zahlreich erschienenen Teilnehmern der Info-Veranstaltung die Pläne auf den mittlerweile weitgehend brachliegenden Industriestandorten der Firmen Novelis, Kostal und Markes vor. Von Investoren- und Planerseite waren Architekt Jörg Meier vom Hagener Architektenbüro Meier + Partner für die Gelsenkirchener Wessel-Gruppe, die die Reha-Klinik bauen möchte, sowie Roland Rothmann (Rothmann Immobilien) und Stephan Janßen von der Firma „soleo“, die sich mit der Planung und Beratung von Sozial- und Gesundheitsimmobilien befasst, zugegen. Letztere stellten Pläne für einen nachhaltigen Wohnungsbau an der Wiesenstraße vor.

Keine Stellplätze für Fahrzeuge

Ein derartiges Wohnquartier werde der Stadt und dem Stadtteil sehr guttun, führte Martin Bärwolf aus. „Wir brauchen mehr Wohnraum trotz sinkender Bevölkerungszahl.“ Was fehle, seien Vier-Raum- und Singlewohnungen, die auch für Studenten der Fachhochschule ein Angebot sein könnten. Vorgesehen sei, die Wiesenstraße zu einer Allee mit Bäumen zu machen. Frei finanzierter und geförderter Wohnungsbau solle an der Wiesenstraße entstehen. Zudem wäre das neue Wohnquartier das erste Baugebiet in Lüdenscheid, in dem keine Stellplätze für Fahrzeuge zu sehen sein würden. Diese seien in die Häuser integriert. Alle Gebäude würden mit Flachdächern für eine Dachbegrünung ausgestattet, damit Regenwasser nicht sturzbachartig in die Kanalisation fließe.

Bei den Plänen für die Bebauung an der Wiesenstraße habe man sich eng an den städtebaulichen Rahmenplan als Planungsinstrument gehalten, ergänzte Stephan Janßen. Zum großen Teil sollen, wie er ausführte, geförderte Wohnungen entstehen. Bei der Höhe der Gebäude habe man sich an Bestandsgebäuden orientiert.

Baubeginn im Frühjahr nächsten Jahres

Einen Baubeginn im Frühjahr kommenden Jahres stellte Roland Rothmann in Aussicht. „Wir wollen auch Wohnraum für Senioren schaffen.“ Auf das frühe Planungsstadium, in dem sich die Entwicklung des Wohnquartiers befindet, wies Rolf Mielke hin. Fragen der Anwohner zielten auf die jetzt schon prekäre Verkehrssituation an der Kluse, die sich durch zusätzliche Wohnungen an der Wiesenstraße verschärfen würde, die Quartiersarbeit im sozialen Brennpunkt Kluse, Maßnahmen, um dem zu erwartenden Lärm beim Ausrücken der Feuerwehr im neuen Wohngebiet entgegenzuwirken, und Parkflächen. Ein Feuerwehrbau in einem Wohngebiet sei absolut zulässig, betonte Martin Bärwolf. Was den Parkraum angehe, sei bei der Innenstadtlage des neuen Wohnquartiers ein zweites Auto nicht erforderlich. „Wir werden uns alle umstellen müssen, was Mobilität angeht“, betonte er. Dem trage das neue Wohnquartier Rechnung. Auch Lob gab’s für die Pläne. „Sie werten einen der hässlichsten Punkte der Stadt auf“, war zu hören.

Auch interessant

Kommentare