Ingeborg Greitemann bleibt Klofrau an Gesamtschule

Ingeborg Greitemann soll weiter Toilettenfrau in der Adolf-Reichwein-Gesamtschule bleiben.

Lüdenscheid - Die Toiletten an der Adolf-Reichwein-Gesamtschule werden auch weiterhin bestens geputzt und gepflegt, denn Toilettenfrau Ingeborg Greitemann kann bleiben.

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„Wir haben eine neue Regelung gefunden, um uns die wertvollen Dienste von Frau Greitemann zu sichern“, sagt Schulleiter Michael Lohr. Danach soll auf freiwilliger Basis jeder Schüler 50 Cent monatlich an den Förderverein zahlen. „Das sind gerade einmal drei Euro in einem halben Jahr und dürfte ja machbar sein. Wir werden uns aber auch weiter darum bemühen, über unsere Kooperationspartner Spenden zu akquirieren“, betont Lohr.

„Wir haben das ausführlich in den Schulgremien kommuniziert und es war überhaupt keine Frage – auch unter den Schülern nicht –, dass wir das Modell weiterführen, wenn auch auf einer anderen Basis.“ Die Eltern sollen per Brief über das Vorhaben informiert werden. Aber auch am Samstag beim traditionellen Adventsbasar an der Einrichtung am Eulenweg besteht die Möglichkeit, sich noch einmal näher drüber zu informieren.

Grundsätzlich besteht kein Zweifel daran, dass das Toiletten-Konzept an der Adolf-Reichwein-Gesamtschule auch pädagogisch wertvoll ist. „Die Schüler lernen, dass sie für eine tolle Leistung auch etwas bezahlen müssen, dass so etwas halt nicht selbstverständlich ist.“

Bereits sei vier Jahre sorgt Ingeborg Greitemann dafür, dass die mit erheblichem finanziellen Aufwand sanierte Toilettenanlage für die weit mehr als 1000 Schüler blitzblank sauber bleibt (wir berichteten). Ihre Stelle wird zu rund 70 Prozent vom Jobcenter bezuschusst. Den Rest finanzierte das „Zehn-Cent-Modell“ oder das sogenannte „Klogeld“. Pro Toilettengang zahlte jeder Schüler am Eingang zehn Cent.

Die Schulaufsichtsbehörde hatte jedoch eine Gesamtschule in Bochum-Wattenscheid gestoppt, die die Finanzierung der Toilettenreinigung ähnlich wie die Adolf-Reichwein-Gesamtschule umsetzte. Sie wollte aber diejenigen, die nicht zahlten, auf eine nicht so intensiv gepflegte Toilettenanlage verweisen. Die Bezirkregierung Arnsberg bremste das Modell darauf hin aus: Es dürfe an einer Schule keine Zweiklassengesellschaft geben.

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