Lüdenscheider Oberstadt

Oberstadt: Neues Leben für die alte Meile

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Musikladen, Getränke-Spezialist, Kicker-Arena, Szene-Treff: Die Bar Lønneberga neben dem Eigenart und gegenüber von der „Platten Bulette“ und der „High Street Gallery“ soll helfen, die Oberstadt zu neuem Leben zu erwecken.

Lüdenscheid - „Damit war vor drei Jahren noch nicht zu rechnen“, sagt Stadtplaner Lars Bursian beim Mittagessen in der „Platten Bulette“. In der Oberstadt entwickelt sich eine neue Szene. Langsam noch, aber sie will einen richtigen Kiez haben.

Einige der Bausteine, die die Meile zwischen Erlöserkirche und Hackepeter neu beleben sollen, sind schon seit einer gefühlten Ewigkeit da. Das Café Weßling etwa, der Reidemeister, zwei Dönerbuden, das Eigenart.

Und seit zwei Jahren die Bar Lønneberga. Einer ihrer Macher, der Fotograf Steffen Schulte-Lippern, erklärt den Erfolg des Ladens mit dem „Interesse der Lüdenscheider an großstadtorientierten Angeboten abseits des Mainstreams“. Vergleichsweise exotische Getränke und gerne basslastige Musik sorgen für eine „Menschenmischung“, die sich „so auch in Berlin oder Hamburg“ ergeben könnte, meint Schulte-Lippern.

Das Studio von Fotograf und Filmer Steffen „Steve“ Schulte-Lippern: Licht, Raum und Stil hinter alten Oberstadt-Fassaden.

Dazu passte der Versuch, mit der „High Street Gallery“ ein weiteres Nischenprojekt zu etablieren. Die zeitlich befristete Verkaufsausstellung zugunsten der Philippinen-Hilfe geriet gegenüber der Bar Lønneberga zum neuen In-Treff mit DJ-Pult und reichlich „Style“. Hier trafen sich Künstler Tom Groll, Drucker Arno Seltmann, Werbemann Matthias Czech oder Friseur Yves Bubert – Freunde, junge Unternehmer, Netzwerker, Lønneberga-Stammgäste, „überzeugte Lünscher“, wie es heißt. Der Hauseigentümer, Marco Sommerfeld, Teil der Szene, war einer der Motoren des Projekts – und hat kürzlich nebenan das Burger-Restaurant „Zur platten Bulette“ eröffnet.

Zugegeben, nicht ganz billig hier, räumt der Betreiber ein, aber: „Hier ist alles frisch und sorgfältig zubereitet.“ Das Brot kommt vom Bäcker Engelhardt, das Rindfleisch von einem heimischen Metzger, das Gemüse von Kopp am Freisenberg. Die Resonanz der Gäste nach den ersten Wochen sei „überwiegend total begeistert,“ sagt Sommerfeld. Und: „In einer Großstadt könnte ich für solch einen Burger locker einen Euro mehr nehmen.“

Marco Sommerfeld, Hausbesitzer und Chef der „Platten Bulette“, gilt als einer der Motoren der Belebung. - Fotos: Moos

Während Stadtplaner Lars Bursian am Cheeseburger säbelt, spricht er mit Marco Sommerfeld über das Zukunftsforum Altstadt und die Möglichkeiten, auch die Hochstraße als Lebensader der Oberstadt zu beleben. „Für uns als Verwaltung ist das private Engagement hier kaum planbar, aber wir können manches im Dialog vereinfachen und ermöglichen – oder sagen, was gar nicht geht.“ Das galt auch für das „Fabriksken“ im Jendritzki-Haus oder das Café Weßling.

Damit ist Marco Sommerfeld, der wie Schulte-Lippern und sein Mitstreiter Fabian Kärnbach am Zukunftsforum Altstadt teilgenommen hat, einen Schritt weiter. „Es gibt 1000 Ideen.“ Er kenne die Nachbarn, die Szene, die Chancen hier. Und auch die Bremsklötze. Zum Beispiel: „Es wäre gut, wenn die Linienbusse nur noch durch den Oberstadttunnel fahren würden. Dafür wurde er gebaut.“

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