Neues aus Estalef: Examen und Platz für Sport

Dr. Nabiyar (re.) auf der Baustelle für den neuen Sportplatz an der Atefa-Schule in Estalef.

Lüdenscheid - Dr. Anwar Nabiyar, Vorsitzender des Vereins Eschan, war im April und Mai erneut an der Mädchenschule im afghanischen Estalef, um sich persönlich um einige Baustellen und Arbeiten zu kümmern. „Leider war aufgrund der Konflikte um die Regierungsbildung die Sicherheitslage noch schlechter als im letzten Jahr. Vor allem die Kriminalität macht den Menschen zu schaffen“, berichtet er.

Zum Glück habe das die Arbeit der Schule und die Ausbildung der Studentinnen nicht wesentlich beeinträchtigt. Nach wie vor sei die Unterstützung für die Schule und die Finanzierung der Stipendien sehr groß. „Zum Glück haben trotz großer Währungsschwankungen für unsere Überweisungen noch günstige Zeitpunkte erwischt. Um trotzdem auf der sicheren Seite zu sein, erhalten alle neuen Studentinnen eine volle Patenschaft von 15 Euro pro Monat, wodurch die Stipendienzahlungen niedriger sein können. Außerdem haben wir eine Rücklage von 3000 Euro geschaffen, damit die eingezahlten Stipendiengelder auf jeden Fall bis zum Ende des Studiums reichen. Ich hoffe, dass wir auf diese Weise auch in der Zukunft alle Verpflichtungen erfüllen und gleichzeitig den Ausbau der Schule weiter vorantreiben können. Die Menschen in Estalef sehen mit großer Freude, was durch Ihre Hilfe für die Kinder und Jugendlichen getan werden kann“, bedankt sich Dr. Nabiyar bei den Spendern, die die Mädchenschule unterstützen.

Er hoffe, dass die jetzt begonnenen Arbeiten am Sportplatz und die Renovierung noch in diesem Jahr zum Abschluss gebracht werden können und die Schülerinnen und Studentinnen unbehelligt lernen können.

Auch das aktuelle Informationsblatt geht auf die angespannte politische Lage ein, konzentriert sich aber auf die Schule, und da gibt es dennoch Erfreuliches zu berichten, denn der Betrieb an der Atefa-Schule laufe ohne Probleme läuft, heißt es in dem Bericht. Es gebe sogar zahlreiche Quereinsteiger bis hoch zur 12. Klasse. „Circa 500 Schülerinnen sind jetzt an der Atefa-Schule. Da sich einige neue Paten gemeldet haben, kann auch an alle ab der 5. Klasse der monatliche Zuschuss aus den Patenschaften in Höhe von etwa 7,50 Euro gezahlt werden.

Von den bisher 99 Abiturientinnen studieren 75, davon sind bereits 29 fertig (sieben Hebammen und 22 Lehrerinnen). Bisher haben alle Arbeit gefunden, viele in Estalef, wo sie so zur Besserung der Lage nachhaltig beitragen. Eine Studentin schreibt in einem langen Dankesbrief, dass sie in ihrer Kindheit nicht viel Gutes erfahren habe, dass jetzt aber ihre Träume wahr geworden seien und sie optimistisch in die Zukunft sehe. 20 Abiturientinnen haben jetzt ihr Studium aufgenommen, 18 werden Lehrerin, zwei studieren Medizin.

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