Innenstadtnahes Wohnen und Arbeiten

Neues Baugebiet im MK: Bis zu 200 Wohneinheiten - und eine Klinik

An der Gersbeuler Straße soll die neue Reha-Klinik mit 115 Betten entstehen. Die Entwürfe von Meier Architekten wurden erstmals öffentlich gezeigt.
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An der Gersbeuler Straße soll die neue Reha-Klinik mit 115 Betten entstehen. Die Entwürfe von Meier Architekten wurden erstmals öffentlich gezeigt.

Die Stadt Lüdenscheid bekommt ein neues Wohnquartier. Bis zu 200 Wohneinheiten sollen entlang der Wiesenstraße auf den (ehemaligen) Industrieflächen von Novelis, Kostal und Markes entstehen. – dazu eine Kita, ein Seniorenzentrum, eine Pflegefachschule, gegebenenfalls ein Medizinisches Versorgungszentrum und eine Reha-Klinik mit 115 Betten.

Lüdenscheid – Die Stadt verspricht sich davon auch eine Aufwertung der Stadtteile Tinsberg und Kluse. Bis zu 150 neue Jobs im Gesundheits- und Pflegebereich sollen dort geschaffen werden und den Verlust von rund 200 Arbeitsplätzen durch die Aufgabe des Novelis-Standorts zumindest teilweise kompensieren.

Mit dem einstimmigen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Wiesenstraße gaben die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses in der Sitzung am Mittwoch im Kulturhaus den formalen Startschuss für die Bauleitplanung in dem Bereich. Fachbereichsleiter Martin Bärwolf hatte zuvor den aktuellen Stand der Vorplanungen vorgestellt. Der Lüdenscheider Projektentwickler Roland Rothmann, der mit der Baufirma Gebrüder Schmidt das Ex-Novelis-Gelände gekauft hat, und Michael Poschmann, Geschäftsführer der Wessel-Gruppe, standen den Politikern für Fragen zur Verfügung. Bärwolf sieht in der konstruktiven Zusammenarbeit der Investoren Rothmann und Poschmann mit der Stadt eine „Win-Win-Win-Situation“.

Die Wessel-Gruppe möchte an der Gersbeuler Straße eine Reha-Klinik, eine Pflegefachschule und ein Pflegeheim mit 80 Plätzen bauen. Nach jetzigem Stand plant die Arbeiterwohlfahrt, ihren Standort an der Parkstraße aufzugeben und in die neuen Räume an der Wiesenstraße zu ziehen, wie Poschmann erläuterte. Man stehe bei den Planungen im engen Austausch mit der Awo. Allerdings ist die dafür erforderliche Kostal-Fläche noch nicht im Besitz der Wessel-Gruppe.

Fachbereichsleiter Bärwolf zeigte den Ausschussmitgliedern erste Entwürfe möglicher Bebauung nördlich der Wiesenstraße. Neben Mehrfamilienhäusern sind dort derzeit Reihenhäuser sowie angrenzend ein Spielplatz und eine Kita vorgesehen. Zur Erschließung der Häuser muss eine neue Straße gebaut werden. „Wir verfolgen hier einen neuen Ansatz. Wir setzen bei allen Wohngebäuden auf Unterflurparken. Das heißt: Die Bewohner parken im Haus“, berichtet Bärwolf. Durch die Hanglage biete sich das an.

Die Entwürfe zeigen dreigeschossige Gebäude, in denen Wohnungen zwischen 40 und 95 Quadratmeter umsetzbar sind. „Der Bedarf an großen Wohnungen in Lüdenscheid ist groß, insbesondere an finanzierbaren“, sagt der Fachbereichsleiter. 68 Wohnungen könnten allein nördlich der Wiesenstraße entstehen, 24 Einheiten davon im geförderten Wohnungsbau.

Am Ende sollen im Quartier sogar 100 der 200 Wohneinheiten gefördert sein, berichtet Bärwolf. Dazu sind entlang der Kampstraße vier größere Mehrfamilienhäuser unter anderem mit Seniorenwohnungen geplant. Hier besteht bereits Baurecht. In einem zweiten Bauabschnitt könnten auf der heutigen Markes-Fläche weitere Wohnungen gebaut werden.

Mit dem Aufstellungsbeschluss beginnt nun die offizielle Bauleitplanung, in der formal auch die Bürger beteiligt werden. Stadt und Investoren wollen es dabei aber nicht belassen. Sie wollen die Anlieger proaktiv einbinden, um weitere Ideen zu sammeln, wie der gesamte Stadtteil von dem neuen Quartier profitieren kann.

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