Mauer schützt Schule

Die neue Mauer, die das gesamte Schulgelände umgibt. Im Vordergrund ist der Erweiterungsbau zu sehen, rechts gerade noch das Dach des Hauptgebäudes. Ganz oben am Hang befindet sich das Wasserreservoir, das nun nicht mehr frei für jedermann zugänglich ist.

Lüdenscheid - Zentrales Projekt im afghanischen Estalef war in diesem Sommer der Bau einer Umgrenzungsmauer rund um die Atefa-Schule.

„Fast den ganzen Sommer war ich damit beschäftigt, immer neue Schwierigkeiten beim Bau der Umgrenzungsmauer um unsere Schule auszuräumen“, berichtet Dr. Anwar Nabiyar, Vorsitzender des Vereins Eschan. in seinem aktuellen Informationsblatt für die Mitglieder. „Inzwischen steht die Mauer, das bedeutet einen zusätzlichen Schutz für das Gebäude, die Schülerinnen und Lehrerinnen. Darüber bin ich sehr froh. Den größten Teil des dafür nötigen Geldes erhalten wir von der Stadt Lüdenscheid, die jährlich Gruppen fördert, die Projekte in Entwicklungsländern unterhalten.“

Die mehrere hundert Meter lange Mauer, die das gesamte Schulgelände bis hoch zum Wasserreservoir umschließt, kostete mehr als 17 000 Euro. „Das ist viel Geld, aber preisgünstig im Vergleich zu den Angeboten anderer Bauunternehmer, die sogar 50 000 Euro verlangten. sie versuchten sogar, den Bau mit Hilfe des Ministeriums stillzulegen.“ Nach viel Ärger sei die Mauer jetzt aber fertig. Aus Sicherheitsgründen sei diese Baumaßnahme längst überfällig.

Außerdem solle so verhindert werden, dass zum Beispiel Bauern das Land für sich und ihre Tiere reklamierten, wie es bei nicht umzäunten Land immer wieder vorkomme.

Das Land gehört, wie Nachforschungen in alten Unterlagen nochmals bestätigten, Dr. Nabiyar. Er stellte es – wie früher schon das Gelände, auf dem die Gebäude stehen – für die Schule kostenlos zur Verfügung. Da es in der Nähe der Straße liegt, hätte er bei einem Verkauf viel Geld erhalten können.

„Dankbar bin ich auch, dass die Berufsausbildung unserer Abiturientinnen erfolgreich weitergeht. Gut ausgebildete junge Menschen braucht Afghanistan dringend, um die anstehenden Probleme zu bewältigen. Mittel aus mehreren Stipendien und neuen Einzahlungen werden es wohl möglich machen, dass alle aus dem diesjährigen Abiturjahrgang, die eine Ausbildung am Lehrerseminar oder dem Hebammeninstitut machen wollen, das auch können“, schildert Dr. Nabiyar die Entwicklung und dankt allen Spendern und Paten.

Der Unterricht an der Atefa-Schule laufe zum Glück ohne Probleme. Da bis heute aber keine funktionierende staatliche Führung existiere, belaste dies die gesamte gesellschaftliche Lage. Staatsbedienstete haben seit sechs Monaten keine Gehälter bekommen. „Aber auch unsere 18 Lehrerinnen haben kein Geld bekommen. Unser Verein hat ihnen deshalb jeweils 200 Euro gezahlt, damit die Familien ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Dieser Zuschuss für die Lehrkräfte, der höher ist als üblich, wird mit späteren Leistungen verrechnet.“ - my

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