Neues Ärztehaus am Bahnhof soll zur Visitenkarte werden

Ein markantes, würfelförmiges Gebäude, aufgesetzt auf ein verglastes Erdgeschoss: So soll das künftige Ärztehaus am Eingang der Bahnhofsallee aussehen. Schon im Herbst 2011 könnte es auf dem Gelände der heutigen Ladenzeile stehen.

LÜDENSCHEID - Das künftige Ärztehaus an der Bahnhofsallee ist nach einem Jahr der Planung „reif zur Realisierung“. Das stellte Amtsleiter Martin Bärwolf am Mittwochabend vor dem Ausschuss für Stadtplanung fest.

 Der Düsseldorfer Projektentwickler Christoph Röhr (RMA) und die Lüdenscheider Architektin Silke Mikler hatten zuvor Details erläutert: Röhr präsentierte ein würfelförmiges Gebäude für die Arztpraxen, das zur Bahnhofstraße hin auf ein längliches, verglastes Erdgeschoss aufgesetzt ist. Das Sieben-Millionen-Projekt, initiiert von acht Lüdenscheider Ärzten, soll im Herbst 2011 stehen; laut Röhr steht auch die Belegung mit 60 bis 400 Quadratmeter großen Praxen. Der Entwurf stieß auf Zustimmung, Ausschussvorsitzender Stefan Pietzner (CDU) nannte den Kubus „eine Visitenkarte, die wir als Standort global tätiger Unternehmen der ganzen Welt zeigen“.

Pietzner weist Rothmann-Einwände scharf zurück

Zugleich wies Pietzner die Einwände des Lüdenscheider Investors Roland Rothmann scharf zurück. Rothmann hatte kritisiert, das Ärztehaus könne den jetzt zeitgleich vorgesehenen Bau seines Bahnhofsgebäude am Gleis gefährden. Zudem wüssten die Mieter der Ladenzeile nicht mehr, wohin es für sie in der Bauphase gehen soll. Pietzner nannte Rothmanns Vorwürfe „ungewöhnlich“: Der Ausschuss habe niemanden bevorzugt oder benachteiligt. Jetzt mit den um ihre Existenz bangenden Ladenpächtern zu argumentieren, halte er für „vorgeschoben“. Bernd Rüdiger Lührs sekundierte dem Fraktionskollegen: „Dies ist nicht das erste Mal, dass man versucht, auf Gremien Einfluss zu nehmen. Das müssen wir zurückweisen!“ Harald Metzger (SPD) fragte Röhr „ketzerisch“, ob er bei einem Rückzug Rothmanns ersatzweise zur Verfügung stünde. Hier griff Bärwolf ein: „Das scheint nicht erforderlich zu sein.“

Für die SPD stellten Fraktionschef Ingo Diller und Jens Voß der Verwaltung gleichwohl die Fragen, die Rothmann aufgeworfen hatte: „Er hat erklärt, dass ihm von der Verwaltung an der Bahnhofsallee Bevorzugung zugesagt worden sei. Stimmt das?“ Und für die Mieter an der Bahnhofsallee müsse es eine Lösung geben. Das fand auch Michael Wülfrath (FDP).

Bärwolf sagte, dass er die Frage nach der Zusage nicht für das gesamte Rathaus beantworten könne. Man habe aber stets erklärt, dass das Rothmann-Gebäude wegen der darin vorgesehenen öffentlichen Flächen für Wartesaal und WC‘s für Fahrgäste ein besonderes Anliegen sei. Der städtische Wirtschaftsförderer Edgar Weinert ergänzte, dass es für die Pächter der Stadt einen Runden Tisch geben soll, an dem auch Röhr sitzen werde, um individuelle Lösungen zu finden.

Neue Fassade für "Braunes Haus"

Ein zweites großes Projekt wurde gestern ebenfalls vorgestellt: Das Breddermann-Gebäude am Sternplatz, auch als „Braunes Haus“ bekannt, soll eine neue, anthrazitfarbene Fassade erhalten – im Sockelbereich sogar noch 2010. Der Eigentümer Glöckle aus Stuttgart will die Außenhaut aus energetischen Gründen sanieren, erklärte Stadtplaner Mattias Bartmann. Der Ausschuss begrüßte das Vorhaben einhellig. - hgm

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