Ökologische Initiative

Neuer Unverpackt-Laden im MK: Das ist der Stand der Planung

Ein Unverpackt-Laden soll in Lüdenscheid entstehen. Wie und wo, will die Initiative Unverpackt-Laden klären. Claudius Bartsch (3. v. re.) kümmert sich um die Räumlichkeiten. Petra Dietrich (5. v. re.) berät künftig die Kundschaft.
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Ein Unverpackt-Laden soll in Lüdenscheid entstehen. Wie und wo, will die Initiative Unverpackt-Laden klären. Claudius Bartsch (3. v. re.) kümmert sich um die Räumlichkeiten. Petra Dietrich (5. v. re.) berät künftig die Kundschaft.

„Wenn das mit dem Unverpackt-Laden hier zustande kommt, gebe ich jeden Monat 20 Euro von meinem Geld vom Ratsmandat dazu.“

Lüdenscheid – Claudius Bartsch ist nicht nur Vorsitzender des ÖDP-Kreisverbands MK und Ratsmitglied, sondern auch Sprecher der Initiative Unverpackt-Laden. Ziel der Initiative ist es, solch ein Geschäft in der Bergstadt zu etablieren.

Die Planungen dazu sind bereits fortgeschritten. Selbst ein Ladenlokal in der Altstadt wurde schon ins Auge gefasst. Am Montag fanden sich 15 Interessierte im „Kleinen Prinzen“ zusammen, um sich zu informieren und auch zu helfen, das Vorhaben weiter voranzutreiben.

Bei dem konstruktiven Treffen, an dem sich Unternehmensberater, ÖDP-Mitglieder, Fachleute aus dem Verkauf und weitere engagierte Bürger beteiligten, wurden neben vielen guten Ideen aber auch Kritikpunkte angesprochen. Petra Dietrich engagierte sich lange Zeit in der Heesfelder Mühle und war auch dort im Konzept der unverpackten Waren involviert. Sie erklärte sich bereit, in dem Lüdenscheider Geschäft eine maßgebliche Rolle in Verkauf und Planung zu übernehmen, merkte aber auch an: „Die Lage ist nicht optimal. Wenn die Kunden mit Kartons und Gläsern kommen, müssen sie die bis zum nächsten Parkplatz tragen. Das könnte Probleme geben.“

Auch die Finanzierung müsse schnell geklärt werden. „Man müsste schon mit 20 000 bis 30 000 Euro in Vorleistung gehen“, schätzte Petra Dietrich. Einrichtung, Zubehör, Kassensystem und natürlich die Waren müssten angeschafft werden.

Ein Punkt, den auch Ulrike Rohlmann unterstrich. Die Finanzierung stehe an erster Stelle, hob sie hervor und gab Denkanstöße zur Umsetzung: „Gerade jetzt, wo wir die Kehrtwende schaffen müssen, sollten wir den Hype um den Klimaschutz nutzen“, empfahl sie und wurde dabei von Claudius Bartsch unterstützt. „Die Zeit ist günstig. Viele Leute wollen helfen und warten nur darauf, angesprochen zu werden“, fügte er hinzu. Lions-Club, Rotarier, Medardus-Stiftung und größere Firmen wären dabei geeignete Ansprechpartner. Auch ein Crowdfunding-Projekt könne gestartet werden.

Als mögliche Partner kämen Marie Woeste und Lewis Zierke von der solidarischen Landwirtschaft (Solawi) in Betracht. Der Unverpackt-Laden könnte als Abholstation dienen. Ein positiver Nebeneffekt wäre hierbei die zusätzliche Kundschaft, die dadurch kommen würde.

Doch auch hier wäre der optisch sehr ansprechende Laden an der alten Rathausstraße durch seine bescheidene Größe von 85 Quadratmetern nicht geeignet.

„Zuerst muss das Konzept stehen, dann kann man sich um die Räumlichkeiten kümmern“, empfahl die Unternehmensberaterin Diana Komatzki, und ihr Berufskollege Stefan Schnabel fügte hinzu: „Man muss darauf achten, dass auch die richtige Kundschaft angesprochen wird. Auch Solawi muss richtig platziert werden.“ Dabei müssten Standortbewertung und demografische Faktoren einberechnet und ein geschlossenes, stabiles Konzept erstellt werden.

Das alles soll nun zunächst umgesetzt werden. Zeitgleich werde Claudius Bartsch sich noch einmal mit Isabell Großheim von der Wirtschaftsförderung Kreisstadt Lüdenscheid (WKL) in Verbindung setzen, um weitere passende Geschäftsräume zu finden. Sehr viel Zeit können sich die motivierten Mitstreiter der Initiative dabei jedoch nicht lassen. Noch bis Anfang 2022 könnte das „Sofortprogramm Innenstadt“ genutzt werden. Hierbei werden für zwei Jahre 80 Prozent des Mietpreises vom Land übernommen, um die Innenstädte wieder mit Leben zu füllen.

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