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Neuer Plan: Photovoltaik für den Nattenberg

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Von: Thomas Machatzke

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So eine Photovoltaikanlage könnte auch bald am Nattenberg entstehen.
So eine Photovoltaikanlage könnte auch bald am Nattenberg entstehen. © IMAGO/P.Nowack

Der Bundestag hat 2022 weitere Fördermittel für eine Fortsetzung des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zur Verfügung gestellt. Die Stadt Lüdenscheid bewirbt sich mit drei Projekten für Mittel aus diesem Fördertopf. Der Sportausschuss stimmte am Mittwoch der Priorisierungsliste für die Bewerberthemen zu.

Gerade noch rechtzeitig, denn bis zum 23. September, also Freitag, müssen die Bewerber online die Themen für ihre Bewerbung anmelden, bis zum 30. September entsprechende Projektskizzen einreichen (Interessenbekundungsverfahren). Im Januar werden die Kommunen, die realistische Chancen haben, aufgefordert, konkrete Bewerbungen zu erstellen.

Mit dem Förderprogramm hat die Stadt Lüdenscheid bereits gute Erfahrungen gemacht: Anfang März 2021 erhielt die Bergstadt den Zuschlag für die Ertüchtigung der Sporthalle des Bergstadt-Gymnasiums: Mit der Hilfe von 638 100 Euro aus einem Förderprogramm des Bundes sollte die Stadt Lüdenscheid die Sanierung der Sanitäranlagen und Umkleidekabinen angehen können.

Behindertengerechtes WC

Auch ein behindertengerechtes neues WC ist vorgesehen. Das ist nun eineinhalb Jahre her – begonnen haben die Arbeiten im BGL aber noch nicht. Nicht ungewöhnlich, befand Matthias Reuver, Fachbereichsleiter für Jugend, Bildung und Sport der Stadt. „Das zieht sich über mehrere Jahre“, stellte Reuver fest.

Bei der neuen Vergaberunde sind wieder Projekte in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur mit besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung, die zudem den sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Kommune fördern sollen, angesprochen. Diesmal allerdings werden nur noch bauliche Sanierungen und Modernisierungen gefördert, die in besonderer Weise zum Klimaschutz beitragen.

Der Sportausschuss tagte zum Thema Photovoltaik für das Nattenberg.
Der Sportausschuss tagte zum Thema Photovoltaik für das Nattenberg. © Machatzke, Thomas

Mit Priorität 1 wird sich Lüdenscheid diesmal mit der Sanierung des Umkleidegebäudes im Nattenberg-Stadion bewerben. Die Zentrale Gebäudewirtschaft (ZGW) sieht für dieses Gebäude eine umfassende energetische Sanierung vor. Auch moderne Lichttechnik im Gebäude und eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach sind für den Antrag angedacht.

Reuver stellte zudem heraus, dass derzeit geprüft werde, ob die Tribüne des Stadions auch als Gebäude gelten darf – dann könnte auch hier eine Sanierung beantragt werden. Zum Beispiel mit der Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Tribüne.

Ein veritables Großprojekt, doch genau für solche Großprojekte sei dieses Programm gedacht, erläuterte Reuver. „Für Projekte zwischen einer und sechs Millionen Euro“, erklärte er. Zu klären ist in diesem Kontext noch, ob Lüdenscheid noch als Kommune in einer Haushaltsnotlage gelten kann. In diesem Fall würden von der Förderung 75 Prozent der Gesamtkosten übernommen, andernfalls nur 45 Prozent.

Mit dem Nattenberg-Stadion hatte sich die Stadt Lüdenscheid schon einmal – erfolglos – für Fördermittel beworben. Diesmal nun hatte CDU-Ratsherr Michael Dregger mit einem Antrag seiner Fraktion das neuerliche Projekt ins Rollen gebracht. Da die Verwaltung in ihrem Antrag diese Bewerbung aufgegriffen hatte, zog die CDU am Mittwoch im Sportausschuss ihren entsprechenden Antrag wieder zurück.

Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Tribüne.

Priorität 2 in der Bewerbungsliste der Stadt hat die Turnhalle der Westschule. Sie wurde 1906 errichtet und 1970 entsprechend der seinerzeit gültigen statischen, brandschutztechnischen, energetischen und bautechnischen Erkenntnisse sowie gesetzlichen Vorgaben Instand gesetzt. Im Zuge der vorgeschriebenen Überprüfungen der Dachtragwerke, aber auch der brandschutztechnischen Gegebenheiten wurden durch die Bauaufsicht sowie der Sachverständigen Mängel nach derzeit geltenden Gesetzen, Vorschriften, Regelwerken und Richtlinien festgestellt. Eine Sanierung zur Aufrechterhaltung des Sportbetriebes (Schul- und Vereinssport) ist somit unumgänglich und zeitnah auszuführen.

Priorität 3 in der Bewerbung hat die Einfachturnhalle der Ida-Gerhardi-Schule (ehemals Friedensschule). Neben dem Schulsport und der Kita- und OGS-Nutzung findet hier auch und besonders niederschwelliger Vereinssport statt. Die Halle wurde im Jahr 1961 errichtet und seitdem bis auf eine Fenstererneuerung in den 1980er Jahren und die Anpassung der Haustechnik nicht wesentlich saniert. Hier gibt es also auch umfassenden Bedarf.

Ob und mit welchen Projekten die Stadt Lüdenscheid diesmal Erfolgschancen haben könnte, wird nicht vor Januar feststehen. Auf den Weg gebracht sind die Bewerbungen aber nun immerhin.

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