Auswirkungen des neuen Bußgeldkatalogs

Fahrverbote für Autofahrer im MK - weil sie innerorts mehr als 21 km/h zu schnell waren

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Die Polizei kontrollierte am Mittwoch in Lüdenscheid-Dünnebrett Autofahrer. 

Lüdenscheid - Seit dem 28. April gilt in Deutschland ein neuer Bußgeldkatalog. Besonders umstritten sind dabei die Regelung für ein Fahrverbot - so auch in Lüdenscheid am Mittwoch. 

  • Der neue Bußgeldkatalog sorgt für mehr Fahrverbote
  • Bei einer Kontrolle in Lüdenscheid verloren 16 Autofahrer ihren Führerschein
  • Sie waren innerorts mindestens 21/km/h zu schnell

Update 3. Juli, 17.09 Uhr: Paukenschlag am Freitag. Der neue Bußgeldkatalog ist nichtig. Die Straßenverkehrsbehörde im Märkischen Kreis reagiert sofort - im Sinne der betroffenen Autofahrer

Wie die Polizei im Märkischen Kreis mitteilte, führte der Verkehrsdienst am Mittwoch auf der Altenaer Straße in Höhe Dünnebrett eine Tempokontrolle durch. Auf der breiten, gut ausgebauten und teils abschüssigen Straße gilt Tempo 50. Es handelt sich um einen innerörtlichen Bereich. Der neue Bußgeldkatalog, der seit dem 28. April gilt, sieht für Tempoverstöße innerorts bei einer erlaubten Geschwindigkeit von 50 km/h bereits ab 71 km/h ein einmonatiges Fahrverbot vor. 

Neuer Bußgeldkatalog sieht mehr Fahrverbote vor

Die Übertretung von 21 km/h der zulässigen Höchstgeschwindigkeit kostete bis zum 27. April 80 Euro sowie ein Punkt in Flensburg. Im neuen Bußgeldkatalog sind Bußgeld und Punkte nicht verändert worden, zusätzlich bekommen die Temposünder nun aber ein einmonatiges Fahrverbot aufgebrummt. Am Mittwoch auf der Altenaer Straße traf es in viereinhalb Stunden (15.30 bis 20 Uhr) immerhin 16 Autofahrer, die ihren Führerschein nun abgegeben müssen - sofern sie nicht den Klageweg beschreiten. 

Kritik an härteren Strafen: Ein Vergehen reicht und der Führerschein ist weg

Zuletzt hatte es vermehrt Kritik an den strengeren Strafen für Raser gegeben. So hatte unter anderem der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) die Rücknahme der neuen strengeren Strafen gefordert. Die Verschärfung der Sanktionen stieße bei vielen Menschen auf völliges Unverständnis, wird der Hauptgeschäftsführer des DStGB, Gerd Landsberg, von der Neuen Osnabrücker Zeitung, zitiert. Er hinterfrage, ob es wirklich verhältnismäßig sei, wenn jemand, der bereits viele Jahre "punktefrei" gefahren ist, plötzlich beim ersten Verstoß gleich mit einem Fahrverbot rechnen muss.

Insgesamt wurden an der Altenaer Straße in Lüdenscheid-Dünnebrett am Mittwoch 1.275 Fahrzeuge gemessen. Davon waren insgesamt 214 zu schnell - also jeder Sechste. 163 erhielten ein Verwarngeld, 33 eine Ordnungswidrigkeitenanzeige und 16 ein Fahrverbot. Der Tagesschnellste wurde bei erlaubtem Tempo 50 innerhalb geschlossener Ortschaft mit 96 km/h geblitzt. Auch er erhält laut neuem Bußgeldkatalog einen Monat Fahrverbot, allerdings ist das Bußgeld  (200 Euro) und die Punktezahl (2) höher. 

Nachbar-Beschwerden reißen nicht ab - Polizei stößt auf "Raser-Nest"

Am Donnerstag (2. Juli)  hob die Polizei ein "Raser-Nest" auf einer beliebten Abkürzungsstrecke in Lüdenscheid aus. Nachbarn hatten sich zuvor über Raser beklagt. Auch hier wurden Fahrverbote ausgesprochen. 

Mit neuen Fotos: Kuriose Blitzer-Bilder - Die verrücktesten Radarfotos

Der Kontrolldruck auf Raser soll im Märkischen Kreis hoch gehalten werden. So hat der Märkische Kreis einen weiteren mobilen Super-Blitzer angeschafft. Auch die Polizei kontrolliert regelmäßig - auch innerhalb von Wohngebieten, wo die Beamten ein "Raser-Nest" entdeckten. Allerdings werden auch tausende Verkehrsteilnehmer im MK geblitzt, ohne ein Knöllchen zu kriegen

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