Neuer Blitzer bringt 400 000 Euro Einnahmen im Halbjahr

LÜDENSCHEID ▪ Tempoüberwachung am Autobahnzubringer Lüdenscheid Nord: Die Anschaffungskosten für das „Poliscan-Speed-System“ – im Volksmund einfach „Blitzer“ genannt – haben sich ein gutes halbes Jahr nach Inbetriebnahme für den Märkischen Kreis mehr als amortisiert. 90 000 Euro hatte die Behörde im Herbst für Anschaffung und Aufbau ausgegeben. Seither hat das hochmoderne Gerät grob geschätzt rund 400 000 Euro „eingespielt“ – inklusive Verwaltungsgebühren.

Den Löwenanteil machen laut Zahlen aus dem Kreishaus, die der LN-Redaktion vorliegen, mit 12 338 Verwarnungen die Tempoüberschreitung von bis zu 20 Stundenkilometern aus. 924 Mal verhängte der Kreis gegen die Schnelleren der Temposünder seit dem 12. Oktober teils empfindliche Bußgeldstrafen. 60 Stundenkilometer dürfen Verkehrsteilnehmer an der Stelle, an der der Blitzer steht, schnell sein. Seit Beginn der Aktion sind 820 Kraftfahrer bis zu 30 Km/h zu schnell gewesen, 93 bis zu 40 Km/h.

Neun fuhren bis zu 50 Stundenkilometer schneller als erlaubt, und zwei „schafften“ es sogar, noch massiver gegen das Tempolimit zu verstoßen. Der Spitzenreiter des ersten Halbjahres war ein Autofahrer, der mit 119 Km/h gemessen wurde, also 59 Km/h zu schnell war. Das ahndet der Kreis mit 240 Euro Geldbuße.

Mit 400 000 Euro Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern sowie Verwaltungsgebühren in einem halben Jahr liegt die Erfolgsquote des neuen Blitzers deutlich über der der altbekannten Starenkästen. 25 dieser Geräte haben dem Kreis nach Angaben von Pressesprecher Hendrik Klein jährlich etwa 120 000 Euro an Einnahmen beschert. Insgesamt – mobile Kontrollen und Polizeieinsätze inklusive – zahlen Raser kreisweit pro Jahr 1,2 Millionen Euro an Knöllchen, so eine Schätzung aus dem Kreishaus.

Doch Pressesprecher Klein verwahrt sich gegen den Vorwurf der Abzocke. „Es geht nicht ums reine Abkassieren, sondern in erster Linie um Abschreckung und die Senkung der Unfallzahlen.“

Olaf Moos

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