IVU im MK hat neuen Vorsitzenden

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Vorsitzender Dr. Bernd Roetman (2. v. l.) und der Vorstand des IVU (v.l.): Bernd Blöcher, Dietmar Klebon, Andreas Keilig, Ingrid Stennes und Cornelia Brummelte.

Lüdenscheid - Der Interessenverband für Unfallverletzte IVU im Märkischen Kreis hat neue Unterstützung bekommen. Dr. Bernd Roetmann leitet seit Beginn des Jahres die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Klinikum Lüdenscheid und ist der neue Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins.

Somit hat er den Gründer der Gruppe, Prof. Dr. Gerfried Giebel, der in den Ruhestand gegangen ist, abgelöst.

„Als neuer Vorsitzender des IVU möchte ich alles so beibehalten, wie es die vergangenen Jahre bereits erfolgreich geführt wurde. Es ist wichtig, weiterhin einen Vermittlungspunkt zu bieten und die Kommunikation zwischen Patienten und uns aufrechtzuerhalten“, erklärte Dr. Bernd Roetman. Der IVU helfe auch dort, wo die Probleme nicht mehr medizinischer Natur seien: „Es ist wichtig, dass Patienten auch nach ihrer Entlassung Hilfestellung erhalten und der Kontakt zwischen mir als Arzt und den Mitgliedern besteht.“

Der Vorstand selbst beschreibt die Tätigkeiten seines Vereins über drei wichtige Säulen: Darunter falle zum einen der Besuchsdienst auf der Unfallstation, wo Betroffene zu Betroffenen sprechen und ihnen eine Stütze bieten. „Es geht oft nicht nur um das Trösten. Unfallbetroffene brauchen häufig Unterstützung in juristischen Fragen oder anderen Bereichen. Auch Behandlungsunzufriedenheit kann darunter fallen. Wir stehen in all diesen Feldern zur Verfügung“, so Vorstandsmitglied Andreas Keilig. Ebenso gebe es eine Selbsthilfegruppe, die sich jeden dritten Mittwoch im Monat ab 18 Uhr im Seminarraum des Klinikums treffe. Dort gebe es neben einer Gesprächsrunde auch regelmäßige Vorträge von Medizinern, Rechtsanwälten oder auch der Berufsgenossenschaft. „Uns ist wichtig, dass wir anderen Unfallbetroffenen helfen können. Deshalb ist stets jeder willkommen, man muss dafür kein Mitglied unseres Vereins sein“, betonten die Vorstandsmitglieder des IVU. Einen weiteren wichtigen Teil des Interessenverbandes nehme die Präventionsarbeit ein.

Unter dem Begriff Traffic Deadline versucht der Verein, vorrangig jungen Autofahrern zwischen 17 und 24 Jahren einen sensibleren Umgang mit zu schnellem Fahren nahe zu bringen. „Oft sind wir direkt an den Schulen. Wir berichten über Schicksale und zeigen Bilder von Unfallorten. Wir wollen, dass den Zuhörern die Folgen eines Unfalls bewusst werden, denn die Realität geht meist unter. Das Kind, das seine Mutter verliert oder der Mann, der seine Kinder plötzlich allein großziehen muss. Es ist eine Art Schocktherapie“, erklärte Andreas Keilig. „Wir haben schon des Öfteren die Kritik bekommen, dass unsere Präventionsmaßnahmen zu heftig seien. Ich sage dann immer: So heftig wie wir es zeigen ist es nicht - es ist heftiger.“

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