Neue Wege bei Ausbildung in technischen Berufen

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Hoher Besuch warb im Berufskolleg für Technik für eine hochqualifizierte technische Ausbildung (v. l.): Andreas Lux (Leiter des Geschäftsbereichs Berufliche Bildung bei der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer), Thorsten Holzhäuser (Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie Lüdenscheid), Prof. Dr. Werner Radermacher (Fachhochschule Iserlohn), Prof. Andreas Ujma (Kunststoffinstitut Lüdenscheid). ▪

LÜDENSCHEID ▪ Wie hieß es einst? „Ohne Fleiß kein Preis.“ Doch diese Zeiten sind nicht vorbei: „Man muss lernen zu verzichten“ und „Von zuwenig kommt auch nichts“ – diese Sätze waren gestern im Berufskolleg für Technik am Raithelplatz (BKT) zu hören.

Nicht etwa aus dem Munde eines jener längst beruflich angekommenen Besucher, die um dringend benötigten technischen Nachwuchs warben, sondern von Schülern des Kollegs, die die Botschaft sehr gut verstanden hatten. Waren sie doch erste Adressaten für ein Angebot, das das Kolleg für Technik macht.

Ab Sommer sollen seine Schüler eine betriebliche Ausbildung mit dem Studium an der Fachhochschule verbinden können. Das Berufskolleg bietet dazu eine gemeinsame studienbegleitende Ausbildungsklasse für Abiturienten und Schüler mit Fachhochschulreife an, in der Mechatroniker, Feinwerk-, Werkzeug-, Industrie- und Zerspanungsmechaniker, Technische Produktdesigner sowie Verfahrensmechaniker „Kunststoff- und Kautschuktechnik“ gemeinsam beruflich ausgebildet werden. Die Ausbildung, die zweieinhalb Jahre dauern soll, wird durch ein neunsemestriges Verbundstudium ergänzt. „Wer das macht, wird keine Sorge haben, auf dem Arbeitsmarkt unterzukommen“, lautete das Versprechen an zukünftige Absolventen dieser Ausbildungsform, dass sich ihr Fleiß lohnen wird. „Qualifikationen gehen immer mehr in Tarifverträge ein“, lockte auch Thorsten Holzhäuser (Arbeitgeberverband). Und Andreas Lux von der SIHK ergänzte: „Das ist eine Super-Ausbildung für das, was in dieser Stadt gebraucht wird.“

Die Latte hängt entsprechend hoch, und wichtige Stichworte im Gespräch mit den Schülern waren „Zeitökonomie“, „Bündelung“, „mehr Effizienz“ und „Netzwerke bilden“. „Sie sollen für eine technische Ausbildung und ein Studium optimal vorbereitet werden“, kündigte Studiendirektor Heinz Voiß vom BKT an.

Prof. Andreas Ujma vom Kunststoffinstitut preist den Praxisbezug seiner Studenten: „Bei den Bachelor-Studiengängen sind die Studierenden im Verbundstudium leistungsstärker als die des Präsenzstudiums. Das liegt in erster Linie an der Praxiserfahrung.“

Auf entsprechende Sorgen der Schüler des BKT reagierte Schulleiter Werner Lemmert mit einer klaren Forderung an den Märkischen Kreis als Träger des Technikkollegs: „Diese Schule ist eine Ganztagsschule. Sie braucht für die Mittagsversorgung eine Mensa.“ ▪ thk

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