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Schwänli und Bärli aus zusammengeknüllten Socken in einer Kulisse aus Leitern und Lappen

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Von: Jutta Rudewig

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Das NN-Theater zeigt „Heidi“ im Kulturhaus.
Das NN-Theater zeigt „Heidi“ im Kulturhaus. © Bockermann

Wer kennt es nicht, dieses berühmte Mädchen aus dem Roman von Johanna Spyri? Den Almöhi, den Ziegenpeter, die gelähmte Klara, das strenge Fräulein Rottenmeier?

Das NN Theater aus Köln gastiert mit der Erzählung „Heidi“ am 14. Dezember ab 17 Uhr auf der Kulturhaus-Bühne.

Schon 2015 zeigten die Kölner das Stück im Kulturhaus mit allen Zutaten, die man für ein NN-Theaterstück so braucht: Armut und Krankheit, ein bisschen Böses, natürlich das Gute und nicht zuletzt die Gerechtigkeit.

Die Meinung darüber, ob’s nun Kindertheater oder Theater für Erwachsene zur Kinderstunde war, blieb bis zum Schluss geteilt. Vor allem die jüngeren Gäste im Saal brauchten doch so manches Mal erwachsene Schützenhilfe, um zu verstehen, warum das platzsparende Wäschetrockner-Rondell nun plötzlich die Ziegenherde und später der Kronleuchter war, zusammengeknüllte Socken die altbackenen Brötchen und das Tüchlein mit den Glocken gleich beide Lieblingsziegen Schwänli und Bärli darstellen sollten.

Die Geschichte des Waisenmädchens war allerdings genauso großartig umgesetzt, wie man das bei einer Inszenierung der Volksbühne erwartet: Eine multifunktionale Kulisse aus Leitern und Lappen als Schweizer Berge, die hin und wieder bedrohlich schwankte.

NN Theater zeigt Heidi im Kulturhaus
Die Schauspieler schlüpfen in alle Rollen - auch in die der Ziegen. © Carsten Bockermann

Was hätte Charlie Chaplin bloß aus dieser Vorlage gemacht? Das NN Theater Köln stellt sich dieser Frage und wird dieses „Kindermelodrama“ in ihr eigener Weise neu bearbeiten. Mit Sinn für Humor und Tragik und mit viel Phantasie werden die Schauspieler den heutigen Kindern diese alte Geschichte nahe bringen und sie für eine Stunde in eine andere Welt entführen.

Natürlich wird auch in dieser Inszenierung die Musik eine tragende Rolle spielen. Und selbstverständlich schlüpfen die drei Schauspieler in wirklich sämtliche Rollen der Vorlage – auch in die der Ziegen!

Karten kosten 5,50 bis 6,50 Euro (Kinder) und acht Euro für Erwachsene, jeweils plus Gebühr, an der Theaterkasse.

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