Neue Sicherheitsbeauftrage in Märkischen Werkstätten

15 Menschen mit Behinderungen freuen sich mit ihren Ausbildern: Sie haben in den Märkischen Werkstätten jetzt den Status von Sicherheitsbeauftragten erlangt.

LÜDENSCHEID ▪ Ronald Weigel ist völlig begeistert: „Das war spannend, genial, beeindruckend und kreativ.“ Die Fachkraft für Arbeitssicherheit in den Märkischen Werkstätten spricht von einem zweitägigen Seminar, das zwei Dozenten der Berufsgenossenschaft für Gesundheits- und Wohlfahrtspflege mit geistig und psychischen behinderten Menschen an der Wefelshohler Straße veranstaltet haben. Zwar gibt es bei den Märkischen Werkstätten bereits Sicherheitsbeauftragte, doch erstmals kommen jetzt nach dem Seminar auch 15 behinderte Menschen dazu. Sie haben nach ihrer Teilnahme eine Zertifizierung erlangt, die gleich viel wert ist wie die nicht behinderter Menschen.

„Das ist gelebte Integration“, freut sich Weigel. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhöhe sich mit dem Abschluss auch die Möglichkeit, einen Arbeitsplatz außerhalb der Märkischen Werkstätten zu erhalten. „Das ist eine Fortbildung und Qualifizierung, die es ihnen erleichtern kann, eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt zu erlangen und das ist ja das Ziel der Märkischen Werkstätten.“

Die behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten gezeigt, dass sie einen anderen Fokus auf die Sicherheit am Arbeitsplatz haben, detaillierter und gezielter. Da gehe es zum Beispiel um eine bessere Beschilderung oder die Beobachtung, dass ein Feuerlöscher, der im Ernstfall schnell zur Hand sein muss, zugestellt ist. „In ihrer Sprache haben sie das einfach und verständlich auf den Punkt gebracht und das hat positive Effekte für die Arbeitssicherheit“, betont Weigel, der seit elf Jahren im Bereich der Arbeits- und Qualitätssicherheit bei den Märkischen Werkstätten beschäftigt ist. „Wir nehmen unsere Beschäftigten ernst, denn sie arbeiten ja mit und für uns in einem Industriebetrieb.“

Ein extra eingerichtetes „Haus der Sicherheit“, Videos und eine Betriebsbegehung waren Grundlage des Seminars. „Gucken, erkennen, sprechen“ – auf diesen einfach klingenden Grundlagen basieren nach Angaben von Weigel die Vorschläge für eine bessere Sicherheit am Arbeitsplatz. „Zuhören, sehen und verstehen“ – darauf baute das Seminar auf.

150 Angestellte arbeiten bei den Märkischen Werkstätten, einer Einrichtung des Evangelischen Johanneswerkes. 700 geistig und psychisch behinderte Menschen sind an den Standorten in Lüdenscheid, Werdohl, Kierspe und Schalksmühle beschäftigt. Unter ihnen sind jetzt auch 15 zusätzliche Sicherheitsbeauftragte mit Zertifizierung und verstärken den Integrationsgedanken, der bekanntlich Grundlage schlechthin für das Konzept der Märkischen Werkstätten ist.

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