Ein Rundgang durch "Alt-Lüdenscheid"

Der Graf-Engelbert-Platz mit der Stadtbücherei, die dort 1937 einzog.

Lüdenscheid - Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff begleiten die Leser unserer neuen Serie „Alt-Lüdenscheid“ auf einem Rundgang durch die Stadt. Sie zeigen Anblicke, die es so nicht mehr gibt. Der Rundgang beginnt beim Lüdenscheider Konsumverein.

Rundgang durch Alt-Lüdenscheid

Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff begleiten die Leser unserer neuen Serie „Alt-Lüdenscheid“ auf einem Rundgang durch die Stadt. Sie zeigen dabei Anblicke, die es so nicht mehr gibt. Viele der Häuser sind lange abgerissen, andere Ausblicke mit neuen Häusern zugebaut. Die Bilder stammen aus dem LN-Archiv, dem Stadtarchiv und der Sammlung Schumacher, die Texte in gekürzter Form aus dem Buch „Die Lüdenscheider Straßennamen“ (ISBN: 9783981332513 ).

Die erste Station des Rundgangs durch "Alt-Lüdenscheid" zeigt das 1890 fertig gestellte Gebäude des Lüdenscheider Konsumvereins. Diese Vereine verkauften Nahrungs- und Genussmittel sowie Waren des täglichen Bedarfs an die Beschäftigten der Betriebe. Solche Genossenschaften waren im 19. Jahrhundert gegründet worden, um der Not der Arbeitskräfte entgegenzuwirken.

Diese deckten ihren Bedarf an Lebensmitteln bei Krämern, denen oftmals Betrug und Verkauf minderwertiger Ware vorgeworfen wurde. Dagegen fanden sich Arbeiter und Handwerker zu Vereinen zusammen, um die Versorgungslage zu verbessern. Auch Sozialreformer aus bürgerlichen Kreisen fühlten sich dem Gedanken der Konsumvereine verpflichtet.

In Lüdenscheid taten sich dabei die Fabrikanten Turck und August Noelle in besonderer Weise hervor. Noelle war persönlicher Freund von Hermann Schulze-Delitsch, dem Begründer des deutschen Genossenschaftswesens. 1933 wurden die Konsumvereine wie auch Parteien, Gewerkschaften und andere gesellschaftliche Organisationen durch die Nationalsozialisten „gleichgeschaltet“, das heißt de facto aufgelöst.

Seit 1937 wird das Gebäude als Stadtbücherei genutzt

Das Gebäude am heutigen Graf- Engelbert- Platz ging in das Eigentum der Stadt Lüdenscheid über und beherbergt seit 1937 die Stadtbücherei. Sie wurde bereits 1857 als „Volksbibliothek der Stadt Lüdenscheid“ eröffnet. Nach verschiedenen Standorten innerhalb der Stadt fand sie hier ihr endgültiges Domizil. Im Dachgeschoss des Gebäudes befindet sich der Stadthaussaal, in dem die Vorträge des „Geschichtlichen Forums“ des Geschichts- und Heimatvereins, aber auch zahlreiche andere kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

 

Hier finden Sie alle Teile der Serie

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